21.02.2011, 20:11 Uhr

Jobst contra Digitalfunk: Rückenwind für den Neu-ÖDPler „Der Glaube an das schöne Spielzeug“

Münchner Polizei gibt BOS-Digitalfunk wegen technischen Problemen vorerst auf.

ERDING Karl Heinz Jobst kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Der Erdinger Kommunalpolitiker sorgte erst mit seinem Wechsel von den Freien Wählern zur ÖDP für Furore. Und jetzt bekommt er auch noch kräftig Rückenwind für seinen Feldzug gegen den Digitalfunk.

Denn die Münchner Polizei hat in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass sie das Experiment BOS-Digitalfunk (BOS steht für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Anm. der Red.) wegen technischen Problemen vorerst aufgibt und bis auf weiteres zum Analogfunk zurückkehrt.

Jobst hat denn gleich zur Frohbotschaft aus der Landeshauptstadt eine ausführliche Stellungnahme verfasst. Seine Kernaussagen: „Es zeichnet sich ab, dass sich die Zahl der geplanten Sendemasten deutlich erhöhen wird, dass die veraltete Technologie nicht einsetzbar ist und dass mobile Funkgeräte ein Vielfaches eines soliden Analogfunkgerätes kosten werden.“ Der Digi-Funk sei „ein Bundesprojekt mit Verteilung der Kosten auf Länder und Kommunen“.

Er werde vom Geld eines jeden Bürgers bezahlt. Letzterer würde „für dumm verkauft, wenn man ihm erzählt, BOS-Funk sei wegen Terrorabwehr und Lebensrettung unverzichtbar“. Jobst: „Der Glaube an das schöne Spielzeug ist noch immer unerschütterlich, das Wissen darüber leider in weiten Kreisen nicht vorhanden und negative Erkenntnisse über Kosten, Untauglichkeit und Gesundheitsgefahren werden verdrängt.“ Die Zeit sei gekommen, das Digitalfunkprojekt zu stoppen und den Funkmast auf dem Areal der Polizeiinspektion Erding wieder ausschließlich analog funken zu lassen.

Indes, im Erdinger Verwaltungsausschuss und im Kreisrat haben Jobsts Argumente offensichtlich noch nicht verfangen. Dort sind jüngst Entscheidungen pro Digitalfunk gefallen. Jobst bezeichnet diese Voten denn auch als „Persilscheine für haushaltsrelevante Kosten in unbekannter Höhe“.


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