08.09.2014, 11:09 Uhr

Bilanz Das 74. Erdinger Herbstfest aus Polizeisicht

Foto: Andre HarneyFoto: Andre Harney

Die Polizei Erding hat eine Kurzbilanz zum 74. Erdinger Herbstfest herausgegeben. Der Alkohol hat wohl dazu geführt, dass einige männliche Volksfestbesucher die Anstandsregeln vergessen haben. Was sonst noch vorgefallen ist:

ERDING Nach einem einsatzintensiven Auftakt an den beiden ersten Herbstfesttagen folgten, sicherlich auch wetterbedingt, vier ruhige Dienste am Herbstfest, teilte ein Polizeisprecher mit. Mit der Wetterbesserung am Donnerstag ist womöglich auch der Durst einiger Wiesenbesucher gewachsen, bei einigen teilweise einhergehend mit einem Verlust von Benimmregeln und Anstand. Am Donnerstag ist es auf dem Herbstfestgelände zu drei Körperverletzungsdelikten gekommen, bei denen unter anderem auch ein auf dem Herbstfest eingesetzter Polizeibeamter leicht verletzt wurde. Auch Freitag und Samstag haben sich noch mal als Einsatzschwerpunkte erwiesen.

Hier eine kurze Übersicht der Polizei  zu den einzelnen Deliktsbereichen.

Verkehr

Während der Volksfestzeit musste die Polizei im näheren Umfeld des Herbstfestgeländes zwei Verkehrsunfälle aufnehmen, bei denen zum Glück niemand verletzt wurde. Alkoholfahrten, die in Zusammenhang mit dem Herbstfest stehen, wurden weder bei Autofahrern noch Radfahrern registriert.

Körperverletzungsdelikte

Nach dem überaus erfreulichen Herbstfestbeginn bis zum Mittwoch mussten die Beamten der Wiesenwache aber dann doch noch diverse Körperverletzungen aufnehmen. Erfreulich hingegen sei trotzdem, dass sich die Gesamtzahl der aufgenommenen Delikte von im letzten Jahr 19 Fällen auf 16 insgesamt verringert habe. Glücklicherweise ist dabei niemand ernsthaft zu Schaden gekommen, obwohl in einem Fall auch ein Maßkrug und in einem anderen Fall ein Weißbierglas als Schlaginstrument benutzt wurde. Wie in den letzten Jahren auch lagen den meisten Fällen Nichtigkeiten zugrunde, die gepaart mit dem teilweise erheblichen Alkoholgenuss der Beteiligten zu den Auseinandersetzungen führten. Bei allen Körperverletzungsdelikten standen mindestens einer, wenn nicht alle Kontrahenten unter Alkoholeinfluss.

Diebstahls- und Sachbeschädigungsdelikte

Insgesamt wurden bisher neun Diebstahlsdelikte angezeigt bzw. festgestellt. Erfahrungsgemäß dürften in diesem Deliktsbereich jedoch noch weitere Anzeigen erstattet werden, vermutet man bei der Polizei. Bei diesen neun Delikten seien insgesamt fünf Maßkrugdiebstähle zu verzeichnen und ein etwas dubioser Versuch, ein Verkehrszeichen mitzunehmen. Bis jetzt sind insgesamt sechs Sachbeschädigungsdelikte auf dem Herbstfestgelände und im Nahbereich gemeldet worden. In drei Fällen wurden Autos beschädigt, Scheibenwischer verbogen und Außenspiegel abgetreten.

Jugendschutz

Die eingesetzten Zivilstreifen, die mehrfach mit Mitarbeitern des Jugendamtes im Einsatz waren, und die uniformierten Beamten der Wiesenwache stellten auch heuer wieder einige Verstöße fest. Insgesamt wurden acht teilweise erheblich angetrunkene Jugendliche in Gewahrsam genommen und an die Eltern übergeben bzw. einer ärztlichen Behandlung zugeführt.

Sonstige Delikte

In diesem Bereich gab es heuer insgesamt 11 Verstöße (im Vorjahr 18) zu verzeichnen. Wenig erfreulich, so die Polizei, sei hier die Entwicklung im Bereich der Beleidigungsdelikte. Der Alkohol habe wohl bei einigen männlichen Volksfestbesuchern dazu geführt, die Anstandsregeln vollkommen zu vergessen. Insgesamt mussten sieben Anzeigen aufgenommen werden, bei denen weibliche Volksfestbesucherinnen zumeist handgreiflich „belästigt“ wurden.

Gewahrsamnahmen und Platzverweise

Insgesamt wurden zehn Menschen wurden, meistens aufgrund ihrer Alkoholisierung, in Gewahrsam genommen und zehn Personen wurde ein Platzverweis erteilt.

Abschließend stellte die Polizei fest, dass Veranstalter und Gewerbetreibende am Herbstfest äußerst bemüht sind, die Herbstfestzeit "in einem angemessenen und ansprechenden Rahmen ablaufen zu lassen".

Trotz der Steigerung der Einsatzzahlen für die Wiesenwache zum zweiten Wochenende hin sei die Anzahl insgesamt hinter den Vorjahreseinsätzen zurückgeblieben.

Leider, und auch das sei wie jedes Jahr zu beklagen, fallen immer wieder einzelne aus dem Rahmen, hauptsächlich was den Alkoholkonsum und die dadurch häufig mit einhergehende Enthemmung betrifft. Spitzenwerte von Beteiligten bei Körperverletzungsdelikten lagen bei knapp 2,3 Promille Alkohol im Blut, bei einem 15-Jährigen wurde ein Blutalkoholwert von 1,8 Promille gemessen.


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