06.03.2014, 14:41 Uhr

Minister Joachim Herrmann informiert am Aschermittwoch über A94 und B15neu Isentalautobahn: Kosten von über einer Milliarde sind „ein großes Missverständnis“

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Hoher Besuch an der halb fertigen Lappachtalbrücke bei Dorfen: Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann und Umweltminister Marcel Huber waren am Aschermittwoch vor Ort und trafen auf aufgebrachte Vertreter der Aktionsgemeinschaft gegen die Isentalautobahn, Gegner der B15neu und Vertreter des Bund Naturschutz, aber auch auf einige wenige Befürworter der beiden Straßenbauprojekte.

SÜDOSTBAYERN/DORFEN Herrmann war gekommen, um Werbung für die A94 und die B15neu zu machen, die er als die wichtigsten Straßenneubauprojekte für Südostbayern bezeichnete. Zur Autobahn sagte er: „Die A94 wird nach ihrer Fertigstellung zwischen München und Pocking die wichtigste Ost-West-Erschließungs- und Entwicklungsachse für Südostbayern sein.“

In Oberbayern sind die Abschnitte zwischen Forstinning und Pastetten sowie zwischen Heldenstein und Ampfing bereits fertiggestellt. Für den Bau des Abschnitts von Pastetten bis Heldenstein läuft das Vergabeverfahren, noch in diesem Jahr sollen die Angebote eingeholt werden. Der Beginn der Vertragslaufzeit ist für Anfang 2016 vorgesehen, dann starten auch die Hauptbauarbeiten mit Fertigstellungsziel 2018.

Herrmann äußerte sich auch zu den Gerüchten, die Baukosten seien von rund 350 Millionen auf über eine Milliarde Euro gestiegen: „Das ist ein großes Missverständnis!“ Das eine seien reine Baukosten für die Erstellung des 33 Kilometer langen Autobahnteilstücks, das andere Kosten für den Betreiber, der das Autobahnstück baut und sich in den kommenden 30 Jahren um die 77 Kilometer lange Strecke zwischen Forstinning und Marktl am Inn kümmern müsse. Er sei zuständig für Winterdienst, Grünpflege, Straßen- und Bauwerkserhaltung und Beseitigungen von Unfallschäden. Dafür erhalte der Betreiber eine Vergütung vom Staat, die nicht mehr von der Lkw-Maut abhängt, sondern vielmehr eine Anschubfinanzierung während der Bauzeit nach Baufortschritt. Zusätzlich erhalte er über 30 Jahre eine monatliche Zahlung, die von der Verfügbarkeit der Strecke und der Qualität seiner Leistungen abhängt. Er verteidigte die Planungen gegenüber den Vertretern der Aktionsgemeinschaft gegen die Isentalautobahn. Nach deren Ansicht wäre eine Umplanung auf die bestehende Trasse Haag (B12) weitaus sinnvoller.

Anschließend informierte Herrmann über die zweibahnige B15neu, die künftig von der A93 bei Regensburg bis zur A8 bei Rosenheim verlaufen soll. Sie wird auf rund 140 Kilometern A3, A93, A92, A94 und A8 und Regensburg, Landshut und Rosenheim verbinden. Im Bereich der A93 südlich von Regensburg bis Ergoldsbach ist die B15 neu bereits fertiggestellt. Wie der Verkehrsminister erläuterte, laufen die Vorarbeiten für die verbleibenden neun Kilometer zwischen Ergoldsbach und Essenbach (A92) bereits seit Mitte 2013. Herrmann: „Wir haben die Baufreigabe für die Hauptarbeiten noch in 2014 beim Bund beantragt.“ Ziel sei der Lückenschluss bis 2018/2019. Mit der Fertigstellung bis zur A92 werde auch Essenbach endgültig vom Durchgangsverkehr entlastet.

Auch südlich der A92 warten laut Herrmann schon viele Landshuter und Ergoldinger auf den Weiterbau bis zur B299 bei Geisenhausen. „Den Vorentwurf für diesen Abschnitt hat der Bund bereits genehmigt“, so der Verkehrsminister. Derzeit werden die Planfeststellungsunterlagen vorbereitet. Herrmann: „Sobald die vorrangige Einstufung der B15neu im neuen Bundesverkehrswegeplan erfolgt ist, werden wir das Planfeststellungsverfahren beantragen.“


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