30.10.2019, 17:26 Uhr

Offener Brief an Regierungspräsidentin Landrat Bayerstorfer wird wegen des A 94-Lärms aktiv

Noch im Bau befindlich, herrschte Ruhe auf der A 94. Seit der Verkehr fließt, häufen sich die Beschwerden. (Foto: cb)Noch im Bau befindlich, herrschte Ruhe auf der A 94. Seit der Verkehr fließt, häufen sich die Beschwerden. (Foto: cb)

Klagen der Bürger häufen sich

LANDKREIS Seit wenigen Wochen ist der neue Abschnitt der lang umstrittenen A 94 von Pastetten bis Heldenstein für den Verkehr freigegeben. Ein Großteil dieser Strecke verläuft im Landkreis Erding.

Seitdem häufen sich die Klagen der Landkreisbürger, die in der Nähe des Autobahnabschnittes wohnen, über die massiven Lärmbeeinträchtigungen. Bereits mit über 750 Unterschriften wandten sich die Bürger an den Landrat, vor allem auch hinsichtlich der Tatsache, dass offenbar nicht ausreichend Maßnahmen zum Lärmschutz getroffen worden sind.

In einem offenen Brief wandte sich Landrat Martin Bayerstorfer deshalb nun an die oberbayerische Regierungspräsidentin Maria Els. Darin nannte er folgende Bürgerbeschwerden, die an ihn herangetragen worden sind:

- Die Autobahn verlaufe ohne jeglichen Lärmschutz auf einem Damm.

- Der Schall werde reflektiert.

- Auf einem Reiterhof seien wegen des Lärms der Reitbetrieb und der Reitunterricht nur eingeschränkt möglich.

- Speziell in der Gemeinde Lengdorf sei ein Bereich der Trassenführung in den Ortsteilen Daiglspoint, Außerbittlbach, Graß und Innerbittbach ohne jegliche Lärmschutzvorrichtung.

- Im Bereich der Brück K23/1 sowie in weiteren Abschnitten sei der Geräuschpegel am Übergang von Flüsterasphalt zur Betonfahrbahn enorm hoch.

- Es gebe hohe Lärmbelastungen auch bei Brückenübergangskonstruktionen.

Der Landrat forderte deshalb die Regierung von Oberbayern als zuständige Planfeststellungsbehörde auf, umgehend zu prüfen, ob der Autobahnabschnitt entsprechend der Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses gebaut worden ist. Die aktuellen immensen Belastungen seien nicht hinnehmbar. Insbesondere sei auch zu prüfen, ob die zugrunde liegenden, prognostizierten Verkehrszahlen stimmen. Dazu müsse zunächst eine Verkehrszählung durchgeführt werden.

Als sofortige Schutzmaßnahme fordert der Landrat deshalb, eine flächendeckende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 km/h einzuführen.