25.04.2018, 15:02 Uhr

Geschicktes Biotopmanagement: Große Brachvögel lieben große Alu-Vögel

(Foto: FMG, York Dertinger)(Foto: FMG, York Dertinger)

Der seltene Wiesenbrüter brütet rekordverdächtig auf dem Flughafengelände

FLUGHAFEN Wer in diesen Tagen am Münchner Flughafen zur Startbahn rollt, erlebt zuweilen eine unerwartete Begegnung. Vom Fenster des Flugzeugs kann mit etwas Glück aus nächster Nähe der Große Brachvogel beobachtet werden, einer der ganz seltenen Wiesenbrüter, der in Deutschland vom Aussterben bedroht ist (Rote Liste Deutschland Stufe 1).

Am Flughafen München fühlen sich die Tiere auf den Wiesen direkt neben den Start- und Landebahnen besonders wohl und können im geschützten Bereich innerhalb des Sicherheitszaunes ungestört brüten und ihren Nachwuchs aufziehen. In der letzten Saison wurden auf den Flughafenwiesen 94 Brutpaare gezählt – so viele wie nie zuvor. Vor den großen Vögeln aus Aluminium haben sie offensichtlich keine Angst. Nicht zuletzt dem reichen Brachvogelbestand ist es zu verdanken dass die Flughafenwiesen zusammen mit den im Norden angrenzenden Flächen des Erdinger Mooses 2008 zum Europäischen Vogelschutzgebiet „Nördliches Erdinger Moos“ erklärt worden sind, in dem noch weitere Wiesenbrüter wie Kiebitze Feldlerchen, Grauammern und Rebhühner beheimatet sind. Ein gutes Beispiel dafür, wie Flugbetrieb und Vogelschutz durch geschicktes Biotopmanagement in Einklang gebracht werden kann.