25.10.2017, 11:59 Uhr

Prozessbeginn in Ingolstadt Grausamer Unfall vor Gericht

(Foto:Unterhauser)(Foto:Unterhauser)

Einer der schwersten und tragischsten Verkehrsunfälle der vergangenen Jahre auf der A9 wird vor dem Amstgericht Ingolstadt verhandelt. Ein Münchner hatte im Mai 2016 bei Denkendorf eine Kollision verursacht, bei der zwei Kinder aus Erding ums Leben kamen.

INGOLSTADT Das Auto des heute 50-jährigen Unfallverursachers war mehrmals mit Hindernissen kollidiert, auch mit dem Van einer Familie, deren beide Söhne bei dem schrecklichen Unfall starben.

Der Mann muss sich nun wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Für das Verfahren sind zwei Verhandlungstage angesetzt worden. Plädoyers und Urteilsverkündung werden am 7. November erwartet. Ein Beamter der Ingolstädter Verkehrspolizei, berichtete als Zeuge und nannte den Unfallort ein „Horrorszenario“. Der mit sechs Personen besetzte Van einer türkischen Familie war durch die Aufprallwucht regelrecht zerfetzt worden. Die beiden acht und neun Jahre alten Söhne des Ehepaares aus Erding –- sie waren wohl nicht angeschnallt gewesen –- waren von den Rückbänken ins Freie geschleudert und dabei so schwer verletzt worden, dass ein Kind offenbar sofort tot war, das jüngere kurz darauf in einer Klinik starb. Auch beide Eltern und die beiden Schwestern der getöteten Buben waren erheblich verletzt worden. Alle Überlebenden, auch der Angeklagte, befinden sich inzwischen seit vielen Monaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen in psychologischer Betreuung. Der Unfallverursacher, ein angestellter Geschäftsführer einer kleineren Münchner Firma, war an diesem Tag auf der Heimfahrt von einem Geschäftstermin in Nürnberg gewesen.

Der BMW-Fahrer hatte die nasse Fahrbahn offenbar unterschätzt. Mit 150 km/h fuhr er angeblich auf der linken Spur und da habe es gekracht. Das Unfallgutachten sagt jedoch aus, dass sich anhand der Unfallspuren eine Ausgangsgeschwindigkeit von 174 bis 184 km/h errechnen ließ. Der Van war vor der Kollision mit etwa 125 km/h unterwegs gewesen. Dieses Auto war durch den seitlichen Zusammenprall mit dem BMW quasi „abgeschossen“ worden. Dem Angeklagten droht wahrscheinlich eine Gefängnisstrafe wegen Totschlags.


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