22.10.2017, 00:21 Uhr

Verfolgt Homosexuelle Jamaikaner beantragen auf dem Weg nach Südafrika in München Asyl

Foto: BundespolizeiFoto: Bundespolizei

Sie sind am Donnerstag, 19. Oktober, mit dem Flug aus Punta Cana gekommen und waren zumindest laut Ticket auf dem Weg über Istanbul nach Johannesburg. Kaum in München angekommen, baten sie bei der Bundespolizei um Asyl. Die jamaikanischen Staatsbürger fühlen sich in ihrer Heimat aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung verfolgt.

FLUGHAFEN MÜNCHEN Die beiden Jamaikaner (22 und 23) hatten ursprünglich einen Flug von Punta Cana über München und Istanbul nach Johannesburg gebucht. In München angekommen, gingen die jungen Männer geradewegs zur Bundespolizei und erklärten den Beamten, sie müssten in ihrer karibischen Heimat um ihre Sicherheit, gar um Ihr Leben fürchten. Sie seien nämlich homosexuell und die Menschen in Jamaika homophob und sehr gewalttätig. Sie seien wegen ihrer sexuellen Orientierung verbalen und körperlichen Angriffen ausgesetzt, würden von der Bevölkerung unter Druck gesetzt und mit dem Tode bedroht. Beide führten zum Beweis sogar Krankenakten aus ihrer Heimat mit, die Verletzungen physischer und psychischer Natur dokumentieren, die offenbar von den geschilderten Erlebnissen herrühren. Der 22-Jährige zeigte den Beamten Narben, die seiner Aussage nach von Übergriffen schwulenfeindlicher Gruppen stammen. Der 23-Jährige erzählte, dass er sogar seinen Job als Automechaniker verloren habe, als sein Chef herausgefunden habe, dass er Männer mag. Davor wollten die beiden Männer in Deutschland Schutz suchen, sich endlich sicher fühlen und ihr eigenes Leben leben können. Sobald die Dinge in Jamaika sich beruhigt hätten, wollten sie auch wieder in die Heimat zurückkehren.

Die Bundesbeamten leiteten die Verfolgten am Abend an die Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge der Stadt München weiter. Dort werden sich die zuständigen Beamten um die jungen Männer und ihre Asylanträge kümmern.


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