16.04.2017, 09:17 Uhr

Tierschützer fordern Förderung von Alternativmethoden Am 24. April ist Tag des Versuchstiers

Foto: Tierschutzjugend ErdingFoto: Tierschutzjugend Erding

Zum Internationalen Tag des Versuchstiers am 24. April erinnert die Tierschutzjugend Erding mit einer Mahnwache an die rund drei Millionen Tiere, die in Deutschland pro Jahr für wissenschaftliche Zwecke „verbraucht“ werden.

ERDING Die Tierschützer fordern, den Fokus endlich auf die Erforschung tierversuchsfreier Alternativmethoden zu legen und diese entsprechend zu fördern. Es sei ethisch nicht akzeptabel, fühlende Mitgeschöpfe als Messinstrumente oder "Krankheitsmodelle" zu missbrauchen, so Jugendleiterin Tanja Glasl.

„Statt immer neuer Investitionen in grausame Tierversuche braucht es dringend mehr Gelder für die Entwicklung tierversuchsfreier Forschungs- und Testmethoden.“ Gemeinsam mit ihrem Dachverband, dem Deutschen Tierschutzbund, fordert die Tierschutzjugend die Bundesregierung daher auf, den Ausstieg aus den Tierversuchen endlich mit konkretisierten Plänen anzugehen.

Tierversuchsgegnern wird häufig unterstellt, den wissenschaftlichen Fortschritt bremsen zu wollen oder das Wohl der Tiere über das des Menschen zu stellen. Das Gegenteil ist aber der Fall: Tierversuche sind nicht nur aus ethischer Sicht abzulehnen, sondern sie liefern oft Ergebnisse, die nur schwer auf den Menschen übertragbar oder von vorneherein medizinisch irrelevant sind.

Tierversuchsfreie Test- und Forschungsmethoden hingegen werden dafür entwickelt, spezifische Fragestellungen präzise beantworten zu können. Die Bandbreite verfügbarer Alternativmethoden zu Tierversuchen ist mittlerweile riesig und reicht von Zellkulturen bis hin zu Computersimulationen. Um diese Methoden noch weiter voranzubringen, braucht es jedoch weiterer Forschung sowie einer verstärkten finanziellen Förderung.

Tierversuchszahlen 2015

In Deutschland wurden im Jahr 2015 laut Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums 2.799.961Tiere zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet. Mäuse zählen mit 2.031.338 Individuen zu den am häufigsten genutzten Tieren, gefolgt von 326.233 Ratten und 201.655 Fischen. Auch 4.491 Hunde, 3.141 Affen und 1.112 Katzen kamen zum Einsatz. Wie bereits in den Vorjahren fällt der Großteil des „Tierverbrauchs“ (59 Prozent) in den Bereich der Grundlagenforschung, der dem reinen Erkenntnisgewinn – ohne absehbaren Nutzen für Mensch, Tier oder Umwelt – dient.

Die (stille) Mahnwache findet am 24. April ab 17 Uhr am Erdinger Schrannenplatz statt. Daran teilnehmen und zusammen mit der Tierschutzjugend ein Zeichen setzen kann jeder, dem die Abschaffung der grausamen Tierversuche ebenfalls ein Anliegen ist.


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