29.04.2013, 17:29 Uhr

Landrat will kein "Kampf-Kennzeichen" DGF bleibt alleiniges Autokennzeichen für Landkreis

Foto: Landratsamt Dingolfing-LandauFoto: Landratsamt Dingolfing-Landau

DGF bleibt das alleinige Autokennzeichen für den Landkreis Dingolfing-Landau. Somit wird es kein Wiederbeleben der Altkennzeichen EG, MAL, LAN und VIB geben. Landrat Heinrich Trapp fällte diese Entscheidung im Einvernehmen mit einem eindeutigen Votum des Kreistags, das durch eine repräsentative Umfrage der Uni Passau untermauert wurde.

DINGOLFING-LANDAU Die eindeutige Mehrheit der Bevölkerung im Altlandkreis Landau  will neben dem Kennzeichen „DGF“ kein „LAN“ als zusätzliches Kennzeichen haben. Dies ist das Ergebnis einer vom Landkreis in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage des Centrums für Marktforschung an der Universität Passau. Im Gesamtergebnis sprachen sich in Landau und den umliegenden Marktgemeinden nur 23 Prozent der Befragten für die Wiedereinführung des alten Kennzeichen „LAN“ aus, 58 Prozent waren dagegen, dem Rest war es egal.

Als Chef des Staatlichen Landratsamtes könnte Landrat Trapp allein darüber entscheiden, ob beim Bund Alt-Kennzeichen für den Landkreis beantragt werden sollen oder nicht. „Wir sind aber ein demokratischer Staat. Ich entscheide nicht gegen die Mehrheit der Bevölkerung. Mir ist die Meinung der betroffenen Menschen wichtig.“ Um ein absolut faires Meinungsbild zu erhalten, wurde die Umfrage ausschließlich im Altlandkreis Landau a.d. Isar durchgeführt, betont Trapp. „Hätten wir den gesamten Landkreis mit einbezogen, wären die Umfrageergebnisse zur Wiedereinführung des Kennzeichens „LAN“ sicher noch eindeutiger ausgefallen.“

Laut Befragung wollen nur 9 Prozent der Eichendorfer ein „LAN“ am Auto wiederhaben, 68 Prozent sind dort dagegen und halten an „DGF“ fest, gefolgt von den Märkten Pilsting und Wallersdorf, wo 15 bzw. 23 Prozent das alte Kennzeichen wieder haben wollen. In Landau, bis 1972 Sitz der ehemaligen Kreisverwaltung, halten sich Befürworter von „LAN“ und Gegner mit 42 zu 44 Prozent fast die Waage. 14 Prozent hatten dazu überhaupt keine Meinung.

Obwohl im Kreistag dreiunddreißig Kreisräte aus dem Altlandkreis vertreten sind, sprachen sich bei der Beschlussempfehlung des Kreistages nur zehn Kreisräte für das Alt-Kennzeichen aus. Neunundzwanzig Kreisräte stimmten dagegen. Bei den Bürgermeistern im Landkreis fiel die Absage an „LAN“ laut Trapp noch deutlicher aus: „Bis auf einen einzigen Befürworter waren sie in der Mehrheit gegen eine Wiedereinführung.“

Erstaunlicherweise zeigt sich der Wunsch nach dem alten Nummernschild in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen mit 37 Prozent am ausgeprägtesten. Bürgerinnen und Bürger jener Altersgruppe, die in ihrer Jugend noch mit dem LAN-Kennzeichen unterwegs waren, wollen nur es nur zu 19 Prozent wieder zurückhaben. Gegen ein Nostalgie-Kennzeichen hätte er auch nichts einzuwenden, so der Landrat, „doch wenn es ein Kampf-Kennzeichen wird, macht eine Wiedereinführung keinen Sinn.“ Landauer Firmenchefs und Geschäftsinhaber hätten ihm berichtet, ihnen würden geschäftliche Nachteile in Aussicht gestellt, sollten sie später ihr Fahrzeug weiterhin mit „DGF“ führen.

Auch in gesellschaftlicher Hinsicht sieht Heinrich Trapp Konfliktpotential durch das „LAN“-Schild gegeben. Der Landrat berichtet von dem Wunsch Landauer Bürger, es bei der bisherigen Regelung zu belassen, weil sie sonst von Nachbarn, und Kollegen unter Druck gesetzt würden, „das blöde DGF“ durch LAN zu ersetzen. „Da steht dann vielfach unnötiger Ärger und Streit ins Haus. Lieber ziehe ich den Unmut auf mich, weil es mir um die Einheit im Landkreis geht“ erklärt der Landrat seine Entscheidung. „Seit Jahren steht 'DGF' nach außen als Markenzeichen für einen wirtschaftlich starken Landkreis. Das sollte man nicht demontieren. Die Wiedereinführung von 'LAN' würde uns in der Weiterentwicklung nichts bringen, schon gar nicht, wenn es, wie mir mehrfach mitgeteilt wurde, zur Abgrenzung von Dingolfing angebracht wird.“

Der Landrat führt weiter aus, dass alle im Zuge der Wirtschafts- und Tourismusarbeit gehörten Argumente bezüglich Marketing und Außendarstellung weggingen vom kleinstrukturiertem Gemeindedenken. „ Deswegen wird es auch kein 'VIB', 'MAL' und 'EG' im Landkreis geben.“ Trapp kann zudem auch die Verbissenheit nicht verstehen, mit der manche Eiferer ein Nummernschild zur „heiligen Kuh“ hoch stilisieren. „Auch wenn sich jetzt viele Pfeile auf mich richten: Wir müssen uns eigentlich um wichtigere Dinge zu kümmern, als regionale KfZ-Kennzeichen zu einer Glaubensfrage hoch zu stilisieren. Viel wichtiger ist doch, dass der Landkreis alles Menschenmögliche tut, um Schulen, Krankenhäuser, Altenheime, Straßen und soziale Einrichtungen zukunftsorientiert aufzustellen. Landau ist dabei ein Schwerpunkt unserer erfolgreichen Anstrengungen.“ Man könne ja auch die Verbundenheit zu seiner Stadt mit einem Aufkleber demonstrieren.


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