14.05.2019, 15:14 Uhr

Grab des ältesten Pilstingers entdeckt Um die 4.800 Jahre alt und schon damals eine „lokale Persönlichkeit“


Archäologen sind bei Arbeiten im Baugebiet Pilsting-Römerfeld III auf das Grab des „ältesten Pilstingers“ gestoßen.

PILSTING Mit der berühmten Gletschermumie Ötzi kann er altersmäßig zwar nicht ganz mithalten. Dennoch ist sein Fund schon jetzt eine echte Sensation für den gesamten Landkreis: Die Rede ist vom ältesten Pilstinger, der vermutlich vor rund 4.800 Jahren hier gelebt hat.

Entdeckt wurde sein Grab in den seit Sommer 2018 laufenden bauvorgreifenden Rettungsuntersuchungen im Baugebiet Pilsting-Römerfeld III und hat Archäologen wie Historiker einmal mehr begeistert. Denn bei der hier stattfindenden, umfangreichsten Grabung im Landkreis Dingolfing-Landau ist man in den vergangenen drei Jahren bereits auf insgesamt fast 800 Gruben, Pfosten und sonstige Baureste von der Kupferzeit (ca. 3000 v. Chr.) über die frühe Bronzezeit (ca. 1700 v. Chr.) bis hin zur keltischen Eisenzeit (ca. 8. bis 2. Jahrhundert v. Chr.) gestoßen.

„Bei dem Kriegergrab aus der Zeit um circa 3000 bis 2600 v. Chr. handelt es sich um das älteste im Ortsbereich von Pilsting entdeckte Grab, weshalb wir auch vom ,ältesten Pilstinger‘ sprechen“, erklärt Kreisarchäologie Dr. Florian Eibl. Der Mann mit Feuersteindolch und Steinbeil, der in dem ehemals vermutlich mit einem Grabhügel überdeckten Grab gelegen sei, dürfte eine lokal bedeutende Persönlichkeit dargestellt haben. „Darauf deutet die Seltenheit von solchen Männergräbern der vom Elsaß bis zur Urkaine und von der Schweiz bis Norwegen verbreiteten schnurkeramischen Kultur hin. Vielleicht handelt es sich sogar um einen früheren Vorgänger des Pilstinger Bürgermeisters?“, mutmaßt der Experte.

Naturwissenschaftliche Analysen sollen nun weitere Fakten zur Person hervorbringen und etwa Fragen zum Sterbealter, den Lebensbedingungen und damit zur absoluten Datierung beantworten. Danach sei geplant, so Dr. Florian Eibl, den Feuersteindolch und das Beil zusammen mit dem dreidimensional aufgenommenen Grab, von dem aktuell ein 3d-Modell angefertigt wird, im künftigen Pilstinger Bürgerhaus auszustellen.


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