08.08.2018, 15:16 Uhr

Ein gesperrte Straße sorgt für Ärger „Demnächst gibt es hier ein Unglück“


Verkehrssituation bei Höfen bringt Anwohner auf die Palme.

DINGOLFING Dingolfing. „Auf der gesperrten DGF 16 geht es an manchen Tageszeiten zu wie in München auf dem Stachus“, klagt Stephan Zehentmeier. „Eigentlich dürfen diese Straße nur noch landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Fahrzeuge befahren“, so der entnervte Anwohner, „dieses Verbot missachten aber die meisten. Manchmal kommt es sogar zu Staus. Die Fahrzeuge stauen sich dann teilweise zurück bis an die Kreuzung ST 2074! Ich habe deshalb sogar mitunter Probleme, mein Grundstück zu verlassen.“

Offenbar nutzen viele Verkehrsteilnehmer die DGF 16, die nach Fertigstellung des Autobahnanschlusses Dingolfing-West bei Höfen zu einem Feldweg zurückgebaut wurde, als „Schleichweg“ und Abkürzung. „Leider wird das Sperrzeichen von vielen Verkehrsteilnehmern nicht beachtet, da sie sich durch das Befahren der gesperrten Straße Umwege ersparen“, so Polizeihauptkommissar Peter Fellermeier, Leiter der Polizeiinspektion Dingolfing.

„Wir kennen die Situation“, betätigt Walter Wimmer. Er ist am Landratsamt Dingolfing-Landau zuständig für Staats- und Kreisstraßen. „Wir hatten schon einige Termine mit Polizei und Stadt vor Ort, aber eine Patentlösung ist in diesem Fall nicht in Sicht. Polizeikontrollen zeigen immer nur für kurze Zeit Wirkung. Das ist für alle Beteiligten eine unbefriedigende Situation.“

Eine Situation, die in den Augen Zehentmeiers allerdings sofort entschärft werden müsste, sonst drohe ein Unglück. Schon mehrfach ist er am Bahnübergang Zeuge brenzliger Situationen geworden: „Es dauert nicht mehr lange, dann wird es zu einem schweren Zugunglück kommen, so wie zuletzt in Pilsting“. Der Anwohner kann seine Aussagen auch mit Fotos, die er geschossen hat, belegen. „Auf den Bildern kann man gut sehen, dass Fahrzeuge bei Rot den Bahnübergang überqueren, einem Transporter wird beinahe die Schranke draufgeschlagen. Ich habe sogar schon oft Fahrzeuge gesehen, die an der geschlossenen Schranke vorbei fahren, deshalb wundert es mich nicht, dass ich jede Woche das Signalhorn des Zuges höre.“

Er fordert deshalb die Installation einer „Anrufschranke“ am Bahnübergang. Das ist eine Schranke, die immer geschlossen ist. Nur bei Bedarf kann über eine Gegensprechanlage eine Öffnung des Übergangs erbeten werden. „Das wäre Sache der Bahn“, sagt Walter Wimmer. Erfahrungsgemäß sei die aber bestrebt, solche Anlagen außer Dienst zu stellen, anstatt neue zu installieren.

Dabei wäre eine solche Schranke in Zehentmeiers Augen auch die Lösung für weitere Ärgernisse, wie beispielsweise Geschwindigkeitsverstöße: „An meinem Haus fahren die Fahrzeuge nicht mit 30 km/h vorbei, auch nicht mit 50, sondern eher mit 80 und 100.“ Dazu kommt noch der Schmutz des Straßenverkehrs: „Die Staubwolke, die dabei aufgewirbelt wird, zieht sich bis an die Kreuzung der ST 2074. Wir können zur Zeit kein Fenster öffnen, weil sonst jedes Zimmer durch den Staub verdreckt wird. Sogar auf der Rückseite des Hauses auf dem Balkon legt sich der Staub ab.“

Gefährliche Situationen am Bahnübergang, ignorierte Tempolimits, Staub- und Lärmbelastung durch den Straßenverkehr – all das zerrt an Zehentmeiers Nerven: „Dafür mache ich den Dingolfinger Bürgermeister, den Landrat und auch die Dingolfinger Polizei verantwortlich. Alle wissen davon und es wird so gut wie nichts unternommen. Wir überlegen echt, von hier wegzuziehen. Danke Stadt Dingolfing, dass ihr uns das angetan habt.“


0 Kommentare