13.12.2017, 12:40 Uhr

Spatenstich für Millionenprojekt Isarbrücke in Niederviehbach wird neu gebaut

Offizieller Spatenstich: Matthias Esser vom Wasserwirtschaftsamt, Bauleiter Peter Schober von der Firma Mayerhofer-Bau, Landrat Heinrich Trapp, Bürgermeister Josef Daffner, Bulicek-Geschäftsführer Roland Friedl und Richard Wagner, Sachgebietsleiter Tiefbau am Landratsamt mit Vertretern der Behörden, Gemeinde- und Kreisräten sowie Vertretern der Baufirmen. (Foto: Landkreis)Offizieller Spatenstich: Matthias Esser vom Wasserwirtschaftsamt, Bauleiter Peter Schober von der Firma Mayerhofer-Bau, Landrat Heinrich Trapp, Bürgermeister Josef Daffner, Bulicek-Geschäftsführer Roland Friedl und Richard Wagner, Sachgebietsleiter Tiefbau am Landratsamt mit Vertretern der Behörden, Gemeinde- und Kreisräten sowie Vertretern der Baufirmen. (Foto: Landkreis)

Fünf Isarbrücken hat der Landkreis Dingolfing-Landau in den vergangenen 20 Jahren neu gebaut – nun folgt in Niederviehbach Nummer sechs:

NIEDERVIEHBACH In dieser Woche ist der Startschuss für das Millionenprojekt gefallen. Landrat Heinrich Trapp sprach beim offiziellen ersten Spatenstich von einem „Generationenwerk“. 7,2 Millionen Euro wird dieser Brücken-Neubau laut aktueller Berechnung kosten – damit ist er im Vergleich zu den Isarbrücken in Gottfrieding-Ostumgehung, Gottfrieding, Loiching, Mamming und Teisbach der teuerste.

Landrat Trapp erinnerte beim Spatenstich an die Gründe, warum sich der Kreistag zu einem Neubau entschlossen hat. Nach ursprünglichen Planungen hätte man die Brücke in Niederviehbach bereits vor zehn Jahren generalsanieren wollen – damals mit einem geschätzten Kostenaufwand von 150.000 Euro. Die Maßnahme wurde mehrmals verschoben. Als die Brücke im Jahr 2012 noch einmal genau untersucht wurde, stellten Experten eines Ingenieurbüros erhebliche Risse im Überbau fest und kamen zu dem Ergebnis, dass aufgrund der mangelnden Standsicherheit der Schwerlastverkehr nur noch zeitlich beschränkt und unter Einhaltung gewisser Auflagen zugelassen werden könne.

„Wir wollen den Verkehrsteilnehmern keine weiten Umfahrungen über Loiching oder Niederaichbach zumuten und haben uns deshalb für einen Neubau entschieden, damit die Brücke auch künftig uneingeschränkt befahrbar ist“, erklärt Trapp. In ursprünglichen Kostenschätzungen ging man von 2,7 Millionen Euro aus. In der Zwischenzeit wurde die Maßnahme deutlich teurer – und das hat mehrere Ursachen: Das gewählte Verfahren ist sehr aufwendig, hat aber den Vorteil, dass der Verkehr nur wenige Wochen gesperrt werden muss. Die Baukosten sind aufgrund der hohen Auslastung der Firmen allgemein deutlich gestiegen. Und dann gab es auch noch Probleme bei der Verlegung der Versorgungsleitungen, die viel Geld kosteten.

Die Versorgungsleitungen sollten eigentlich im Spülbohrverfahren in einem Düker unter der Isar verlegt werden. Doch die Bohrungen schlugen fehl. Im Juli 2017 mussten sie schließlich eingestellt werden. Nun werden die Erdgasleitung und die weiteren Versorgungsleitungen direkt an der neuen Brücke befestigt.

Damit die Kreisstraße DGF4 nicht die komplette Bauzeit voll gesperrt werden muss, wird die neue Brücke als Spannbetonbrücke zunächst etwas weiter flussabwärts der bestehenden Brücke gebaut. Danach wird der Verkehr auf die neue Brücke verlegt und die alte Brücke bis zur Flusssohle rückgebaut. Anschließend werden an der Position der alten Brücke die Unterbauten für den Neubau erstellt und dieser auf die neuen Unterbauten verschoben. „Uns war wichtig, die Dauer der Vollsperrung auf ein Minimum zu beschränken“, so Trapp.

Auf Wunsch der Gemeinde wird ein Geh- und Radweg auf der Brücke angelegt. Die Gemeinde Niederviehbach trägt die Hälfte der Mehrkosten. Darüberhinaus wird auf Wunsch der Kreiswasserwacht Dingolfing-Landau eine Bootsrampe angelegt (Kosten: rund 50.000 Euro). Von den geplanten Gesamtkosten in Höhe von 7,2 Millionen Euro werden 3,7 Millionen Euro über Zuschüsse des Freistaates Bayern finanziert. Die Fertigstellung ist im Mai 2019 geplant.

Die „alte“ Isarbrücke wurde im Jahr 1956 errichtet und ist damit 61 Jahre alt. Landrat Trapp wies darauf hin, dass der Landkreis Dingolfing-Landau insgesamt sieben Großbrücken unterhält – so viele wie kein anderer Landkreis in Bayern.


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