20.12.2020, 21:01 Uhr

Rom (AFP) Neue Mutation des Coronavirus auch in Italien festgestellt

Corona-Teststation in Rom.
Quelle: AFP/Archiv/Filippo MONTEFORTE (Foto: AFP/Archiv/Filippo MONTEFORTE)Corona-Teststation in Rom. Quelle: AFP/Archiv/Filippo MONTEFORTE (Foto: AFP/Archiv/Filippo MONTEFORTE)

Patient in Krankenhaus in Rom war kürzlich in Großbritannien

Die neue Variante des Coronavirus aus Großbritannien ist auch bei einem Infizierten in Italien festgestellt worden. Die mutmaßlich ansteckendere Mutation sei bei einem Patienten im Celio-Militärkrankenhaus in Rom nachgewiesen worden, teilte das italienische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Der Patient war demnach kürzlich aus Großbritannien zurückgekehrt und war mit seiner Familie in Quarantäne.

Die neue Virus-Mutation wird für einen starken Anstieg der Infektionszahlen im Süden Englands verantwortlich gemacht. Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, ersten Erkenntnissen zufolge sei die Mutation "bis zu 70 Prozent ansteckender" als die bisher verbreitete Form des Coronavirus. In London und Südostengland trat wegen der neuen Virus-Variante am Sonntag ein strenger Lockdown mit weitgehenden Ausgangsbeschränkungen in Kraft.

Aus Angst vor einer Ausbreitung der Virus-Mutation entschieden Deutschland und andere EU-Länder, den Flugverkehr mit Großbritannien einzustellen. Frankreich stoppt für 48 Stunden sogar den gesamten Personenverkehr aus Großbritannien.

Auch die italienische Regierung kündigte an, Flüge von und nach Großbritannien zu stoppen. Außenminister Luigi Di Maio erklärte, dies sei zum "Schutz der Italiener" nötig. Gesundheitsminister Roberto Speranza kündigte auch ein Einreiseverbot für Menschen an, die sich in den vergangenen 14 Tagen in Großbritannien aufgehalten haben. Betroffene, die bereits in Italien sind, müssen sich testen lassen.

Außerhalb Großbritanniens waren bisher elf Fälle der neuen Virus-Mutation gemeldet worden - neun in Dänemark und je einer in den Niederlanden und Australien. In Deutschland wurde die Mutation nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch nicht nachgewiesen.


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