17.12.2020, 18:09 Uhr

Berlin (AFP) RKI veröffentlicht offizielle Empfehlung für Corona-Impfung

Impfstoff.
Quelle: POOL/AFP/Chris Jackson (Foto: POOL/AFP/Chris Jackson)Impfstoff. Quelle: POOL/AFP/Chris Jackson (Foto: POOL/AFP/Chris Jackson)

Stiko-Chef: Ältere Menschen impfen und Kliniken entlasten

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre offizielle Empfehlung zur Impfung gegen das Coronavirus veröffentlicht. Da anfangs nur eine begrenzte Menge an Impfstoffdosen zur Verfügung steht, sollen wie bereits geplant zunächst Menschen über 80 Jahren und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen geimpft werden, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Diese seien besonders gefährdet für schwere Krankheitsverläufe.

Die Stiko empfiehlt die Impfung zugleich medizinischem Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und dem Personal in der Altenpflege. "Der alles entscheidende Risikofaktor für eine schwere Covid-19-Erkrankung ist das hohe Alter", erklärte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens.

Gerade in Alten- und Pflegeheimen werden viele Ausbrüche und Todesfälle beobachtet. "Durch eine zielgerichtete Impfung dieser beiden Personengruppen - Menschen über 80 Jahre und Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen - können auch die meisten Krankenhauseinweisungen verhindert und Krankenhäuser spürbar entlastet werden", erklärte Mertens.

Auch Menschen mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Je nach Vorerkrankung ist dieses Risiko jedoch sehr unterschiedlich und meist deutlich geringer als bei hochbetagten Menschen.

Die Empfehlung der Stiko teilt die Bevölkerung in insgesamt sechs Gruppen ein. Nach der Impfung von besonders Betagten sowie besonders gefährdetem Personal in Medizin und Pflege in der ersten Stufe sind demnach unter anderem Menschen ab 75 Jahren, Menschen mit Down-Syndrom und Menschen mit Demenz an der Reihe.

In die dritte Kategorie fallen beispielsweise Menschen ab 70 Jahren, Menschen mit einem transplantierten Organ oder bestimmten Vorerkrankungen und enge Kontaktpersonen von Schwangeren. Die vierte Stufe sieht etwa die Impfung von Menschen ab 65 sowie von Lehrerinnen und Erziehern vor und von "Personen mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen".

Die fünfte Stufe umfasst unter anderem die Impfung von Menschen ab 60, von Personal "in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen" und von Beschäftigtem im Einzelhandel und der kritischen Infrastruktur, wozu etwa die Strom- und Wasserversorgung zählen. Die sechste Gruppe umfasst schließlich alle anderen Menschen, die jünger sind als 60 Jahre.

Mittelfristig ist es das Ziel, allen Menschen Zugang zu einer Corona-Impfung anbieten zu können. "Um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 deutlich abzuschwächen, muss ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickeln", erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler. Es wird jedoch dauern, bis ein relevanter Teil der Bevölkerung durch die Impfung geschützt ist.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will am Freitag die Corona-Impfverordnung in Kraft setzen, die regelt, in welcher Reihenfolge die Bürger Anspruch auf eine Impfung haben. Er nannte den 27. Dezember als EU-weiten Starttermin für die Impfungen.


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