14.12.2020, 15:48 Uhr

Khartum (AFP) USA streichen Sudan von Liste der Terrorunterstützer

Die USA haben den Sudan von der US-Terrorliste gestrichen.
Quelle: AFP/Archiv/Ebrahim HAMID (Foto: AFP/Archiv/Ebrahim HAMID)Die USA haben den Sudan von der US-Terrorliste gestrichen. Quelle: AFP/Archiv/Ebrahim HAMID (Foto: AFP/Archiv/Ebrahim HAMID)

Sudans Regierung zahlt rund 276 Millionen Euro Entschädigung als Ausgleich

Die USA haben den Sudan am Montag formell von der Liste der Terrorunterstützer gestrichen. US-Außenminister Mike Pompeo erklärte, dies sei ein "fundamentaler Wandel" in den bilateralen Beziehungen. Das nordafrikanische Land war vor 27 Jahren auf die Schwarze Liste gesetzt worden. Die Strafmaßnahmen galten vor allem dem langjährigen sudanesischen Machthaber Omar al-Baschir, der im April 2019 nach monatelangen Massenprotesten von der Armee gestürzt wurde.

US-Präsident Donald Trump hatte im Oktober angekündigt, den Sudan im Gegenzug für eine Entschädigungszahlung von der Liste zu streichen. Der Sudan erklärte sich bereit, 335 Millionen Dollar (rund 276 Millionen Euro) Entschädigung für Opfer und Angehörige von Terrorangriffe zu zahlen, die in den Jahren 1998 bis 2000 verübt wurden.

Das Streichen des Sudan von der Terrorliste wurde rechtsgültig, nachdem der US-Senat eine 45-tägige Einspruchsfrist verstreichen ließ. Allerdings sind noch nicht alle Rechtsstreitigkeiten zwischen den USA und der Regierung in Khartum beigelegt.

Im August des vergangenen Jahres nahm im Sudan eine Übergangsregierung ihre Arbeit auf. Sie stimmte im Oktober unter Vermittlung der USA auch der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel zu. Im Sudan herrscht derzeit eine schwere Wirtschaftskrise, die Inflation beträgt rund 200 Prozent.

"Glückwunsch dem sudanesischen Volk", twitterte General Abdel Fattah al-Burhan, der Präsident des Souveränen Rats ist und somit die höchste exekutive Gewalt in Khartum repräsentiert. "Wir sind zurück in der Weltgemeinschaft", erklärte Ministerpräsident Abdalla Hamdok. Die Übergangsregierung werde nunmehr leichter für Investitionen sorgen können, junge Menschen würden leichter Arbeit finden.

Während der Herrschaft al-Baschirs waren die Beziehungen zu den USA höchst angespannt. Washington führte den Sudan seit 1993 auf der Terror-Liste. Der Sudan hatte unter anderem Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden aufgenommen.


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