14.12.2020, 19:24 Uhr

New York (AFP) Erste Corona-Impfungen in den USA und Kanada

Pfizer-Biontech-Impfstoff inzwischen in mehreren Ländern zugelassen

In den USA und Kanada sind am Montag die Corona-Impfkampagnen angelaufen: Als erster Mensch in den USA wurde eine New Yorker Krankenschwester mit dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer geimpft. Die Impfung von Sandra Lindsay vom Krankenhaus Long Island Jewish Medical Center im Stadtteil Queens wurde live im US-Fernsehen übertragen. Auch in Kanada ging die erste Dosis an eine Krankenpflegerin in Toronto.

Die Spritze habe sich "nicht anders angefühlt als irgendeine andere Impfung", sagte Lindsay, Krankenschwester für Intensivmedizin. "Ich will Vertrauen verbreiten, dass diese Impfung sicher ist." Die Krankenschwester appellierte an alle Menschen, "ihren Teil" im Kampf gegen Corona beizutragen.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo, der der Impfung per Videokonferenz beiwohnte, sprach von "Licht am Ende des Tunnels". Er warnte zugleich, es handle sich noch um einen "langen Tunnel": "Es wird Monate dauern, bis bei den Impfungen eine kritische Masse erreicht wird."

Der scheidende US-Präsident Donald Trump jubelte im Kurzbotschaftendienst Twitter über die erste Corona-Impfung in den USA: "Erste Impfung verabreicht. Herzlichen Glückwunsch USA! Herzlichen Glückwunsch Welt!" Sein Nachfolger Joe Biden schrieb auf Twitter: "Bleibt hoffnungsvoll - hellere Tage liegen vor uns."

Der Pfizer-Biontech-Impfstoff hatte am Freitag als erstes Vakzin eine Notfallzulassung in den USA erhalten. Daraufhin begann eine riesige Logistik-Aktion, um den Impfstoff im ganzen Land zu verteilen. Zunächst sollen Gesundheitspersonal und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen geimpft werden.

Die USA sind das Land mit den meisten bestätigten Corona-Infektionen und Todesfällen weltweit. Nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität wurden inzwischen mehr als 16,2 Millionen Infektionen registriert. Knapp 300.000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion.

In Großbritannien hatten die flächendeckenden Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech-Pfizer am Dienstag vergangener Woche begonnen. Die USA sind das sechste Land, in dem dieser Impfstoff grünes Licht erhielt.

In Kanada hatte das Vakzin vor weniger als einer Woche eine Notfallzulassung erhalten. Am Montag wurde auch dort der erste Mensch geimpft. Das Fernsehen zeigte in einer Live-Übertragung, wie die Krankenpflegerin Anita Quidangen in Toronto die Impfung erhielt.

"Mir geht es gut", sagte Quidangen und fügte hinzu, sie sei "begeistert", als erste Kanadierin geimpft zu werden. Medienberichten zufolge sind die ersten Impfdosen in der Provinz Ontario für Mitarbeiter von Pflegeheimen vorgesehen. Kurz nach Quidangen wurde in Québec eine 89-jährige Bewohnerin eines Altenheims gegen Corona geimpft.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hatte versprochen, dass bis September 2021 "die meisten Kanadier geimpft sein sollen". Bis Ende des Monats sollen bis zu 249.000 Dosen des Mittels in Kanada verfügbar sein.

Die zweite Welle der Corona-Pandemie hatte in dem Land in den vergangenen Wochen zu einem sprunghaften Anstieg der Infektionen geführt. Bis Montag registrierten die kanadischen Gesundheitsbehörden insgesamt 464.313 Corona-Fälle und 13.479 Todesopfer.

In der EU läuft die Prüfung für eine Zulassung des Biontech-Impfstoffs noch. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA will bis zum 29. Dezember eine Entscheidung fällen. Spanien rechnet deshalb um den 4. Januar herum mit den ersten Impfdosen, wie Gesundheitsminister c am Montag mitteilte.

Zuerst sollen demnach Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen geimpft werden, im Anschluss Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Risikogruppen. Bis Mai oder Juni könnten rund 15 Millionen der 47 Millionen Spanier geimpft sein, sagte der Minister. Spanien ist mit mehr als 1,7 Millionen Infizierten und über 47.000 Todesfällen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.


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