11.12.2020, 16:13 Uhr

Berlin (AFP) Arbeiten an Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 wieder aufgenommen

Trotz Sanktionsdrohungen der USA

Ein Jahr nach der Unterbrechung wegen US-Sanktionsandrohungen sind die Arbeiten am umstrittenen Pipeline-Projekt Nord Stream 2 wieder aufgenommen worden. Die Verlegearbeiten seien wie geplant am Freitag fortgesetzt worden, teilte ein Sprecher des Projekts mit. Das russische Verlegeschiff "Fortuna" werde nun einen 2,6 Kilometer langen Leitungsabschnitt in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in einer Wassertiefe von weniger als 30 Metern verlegen.

"Alle Bautätigkeiten erfolgen in Übereinstimmung mit den vorliegenden Genehmigungen", betonte der Sprecher. Über die weiteren Bauarbeiten im Meer werde das Unternehmen "zu gegebener Zeit" informieren.

Der Neustart bei den Arbeiten hatte sich bereits zuvor abgezeichnet: Vergangenes Wochenende machten sich die russischen Spezialschiffe für die Verlegung von Pipelines, "Fortuna" und "Akademik Tscherski", auf den Weg in Richtung der Baustelle.

Nach der Ankündigung über die Wiederaufnahme der Arbeiten stieg der Aktienkurs des russischen Energieriesen Gazprom an der Moskauer Börse um 3,5 Prozent. Gazprom ist Teil des internationalen Betreiberkonsortiums von Nord Stream 2.

Nach Angaben des Konsortiums müssen bis zur Fertigstellung noch sechs Prozent der Pipeline gebaut werden. Es handelt sich um eine Strecke von 120 Kilometern in deutschen und dänischen Gewässern.

Nord Stream 2 soll Gas von Russland nach Deutschland transportieren und ist besonders auch in Osteuropa umstritten. Befürchtet wird vor allem eine Schwächung alternativer Pipelines und traditioneller Transitländer, etwa der Ukraine.

Die US-Regierung lehnt den Bau von Nord Stream 2 entschieden ab. Washington verhängte vor einem Jahr Sanktionen gegen die Betreiber von Schiffen zum Verlegen der Röhren.


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