10.12.2020, 11:37 Uhr

Baku (AFP) Erdogan: Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien nicht vorbei

Recep Tayyip Erdogan (r.) und Ilham Alijew in Baku.
Quelle: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Murat CETINMUHURDAR (Foto: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Murat CETINMUHURDAR)Recep Tayyip Erdogan (r.) und Ilham Alijew in Baku. Quelle: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Murat CETINMUHURDAR (Foto: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Murat CETINMUHURDAR)

Türkischer Präsident besucht Militärparade in Baku

Der Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien ist nach den Worten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan noch nicht vorbei. "Dass Aserbaidschan sein Gebiet von der Besatzung befreit hat, bedeutet nicht, dass der Kampf vorbei ist", sagte Erdogan bei einer Militärparade in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku am Donnerstag. Die Türkei steht im Konflikt um die Kaukasus-Region eng an der Seite Aserbaidschans.

"Der Kampf, der politisch und militärisch geführt wurde, wird nun an vielen anderen Fronten weitergehen", sagte Erdogan. Mit der Parade in der Hauptstadt Baku sollen Gebietsgewinne in dem Konflikt mit Armenien gefeiert werden.

Nach sechswöchigen schweren Kämpfen zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten Armenien und Aserbaidschan war unter russischer Vermittlung am 9. November ein Abkommen erzielt worden, das für Armenien bedeutende Gebietsverluste zur Folge hat. Seither macht die Opposition in Armenien gegen die Regierung in Eriwan mobil und fordert deren Rücktritt.

Während der Kämpfe wurden nach Angaben von Armenien und Aserbaidschan mehr als 5000 Menschen getötet. Der Türkei war von mehreren Seiten vorgeworfen worden, Söldner aus dem Bürgerkriegsland Syrien nach Aserbaidschan geschleust zu haben. Die Türkei bestreitet das. Erdogan forderte bei seiner Rede in Baku stattdessen, Armenien müsse für "Kriegsverbrechen" während des Konflikts zur Verantwortung gezogen werden.

Berg-Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 90er Jahren ein Krieg mit 30.000 Toten. Die selbsternannte Republik wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Sie wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt.


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