30.10.2020, 15:10 Uhr

Kiel (AFP) Touristen müssen Schleswig-Holstein bis zu Beginn von teilweisem Lockdown verlassen

In Niedersachsen dürfen zuvor angereiste Urlauber weiter bleiben

Touristen müssen Schleswig-Holstein bis zum Beginn der bundesweiten neuerlichen Corona-Beschränkungen am Montag verlassen haben. Das teilte die Kieler Landesregierung am Freitag mit. Die Abreise aus Hotels und Pensionen muss demnach bis spätestens zum 2. November erfolgen. In Regionen, in denen dies aus logistischen Gründen schwierig wird, gilt eine Frist bis Donnerstag.

Diese Regelung zielt nach Angaben der Regierung auf die Inseln an der Nordseeküste, wo Reisende auf Fähren und Züge mit begrenzter Kapazität angewiesen sind. Dadurch soll die Abreise entzerrt und Überfüllungen vermieden werden. Demnach handelte es sich bei der Bekanntgabe um eine Klarstellung, um Unsicherheiten zu vermeiden.

In Niedersachsen gilt nach Angaben der Landesregierung hingegen die Regelung, dass bereits vor Montag angetretene Reisen während der Zeit der Beschränkungen fortgesetzt werden können. Touristen, die bereits in Hotels und andere Unterkünfte eingecheckt sind oder am Wochenende einchecken, müssen nicht wieder abreisen. Erst ab Montag dürfen die Betriebe keine neuen Gäste mehr aufnehmen.

Die Landesregierung in Hannover bat alle Bürger zugleich aber dringend, ihre Reisepläne zu überdenken. Urlauber sollten zu Hause bleiben und ihre Kontakte auf ein Mindestmaß beschränken.

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch auf einen weitreichenden vierwöchigen teilweisen Lockdown verständigt, um den Anstieg an Corona-Infektionen zu bremsen. Betroffen ist in erster Linie der Freizeit-, Gastronomie-, Sport- und Kulturbereich. Ein Verbot touristischer Reisen innerhalb Deutschlands ist ebenfalls Teil des Maßnahmenpakets, das vom 2. bis zum 30. November gilt. Hotels und ähnliche Betriebe dürfen keine Gäste aufnehmen.

In Mecklenburg-Vorpommern standen die Einzelheiten zur Umsetzung der Beschlüsse am Freitag zunächst noch nicht fest. Nach Angaben des Schweriner Wirtschaftsministeriums sollte das Landeskabinett am Freitagabend zusammenkommen. Danach sollten die entsprechenden Verfügungen folgen. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) stellte am Freitag im Norddeutschen Rundfunk eine ähnliche Regelung wie in Niedersachsen in Aussicht. Vor Montag anreisende Urlauber sollten dem Minister zufolge nicht zur Abreise gezwungen werden.

Die drei norddeutschen Küstenländer an der Nord- und Ostsee sind beliebte inländische Reiseziele. Der November ist allerdings kein klassischer Urlaubsmonat, die Saison ist inzwischen schon vorbei.


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