26.10.2020, 11:42 Uhr

Gießen (AFP) Mehrere Autobahnen wegen Protestaktionen gegen A49-Ausbau in Hessen gesperrt

Aktivisten seilen sich von Brücken ab - Polizei beendet die Aktionen bis Mittag

Aktivsten haben sich aus Protest gegen den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 im hessischen Dannenröder Forst am Montag von drei Autobahnbrücken im Rhein-Main-Gebiet abgeseilt. Wie die Polizei mitteilte waren die Autobahnen 3, 5 und 661 im Bereich um Frankfurt am Main und Wiesbaden an den betreffenden Stellen komplett gesperrt, bis zum Mittag beendeten Beamten die Aktionen.

Die Proteste liefen auf der A3 beim Wiesbadener Kreuz, auf der A5 bei Zeppelinheim am Frankfurter Flughafen sowie auf der A661 bei Offenbach. Nach Angaben der Polizei waren gegen 11.00 Uhr zunächst die A3 und die A661 wieder frei, gegen 12.00 Uhr folgte auch die A5, wie die Polizei jeweils im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.

Aktivisten veröffentlichen auf Twitter ebenfalls Meldungen und Bildern von ihren Aktionen. Darauf war zu sehen, wie sich einige Menschen mit Transparenten auf den Brücken befanden oder über das Geländer abgeseilt hatten. "Wald statt Asphalt - Verkehrswende jetzt" stand auf einem der Banner. Auch Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sowie längere Staus waren auf den Bildern zu sehen.

Seit über einem Jahr protestieren Umweltschützer in Hessen gegen den umstrittenen Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel, die durch das Waldgebiet um den Dannenröder Forst führen soll. Der eigentliche Bau der Autobahn soll laut dem Landkreis Vogelsberg erst am 1. September 2021 beginnen. Als Vorbereitung dazu sollen bis Februar 2021 zunächst rund 27 Hektar Wald gefällt werden.

Die Rodungen begannen vor rund drei Wochen und werden seitdem von Protesten begleitet. Im Wald halten sich zahlreiche Aktivisten auf, teilweise in Baumhäusern. Nach Polizeiangaben waren dort auch am Montag wieder Beamte im Einsatz. Diese seien mit Steinen beworfen worden, hieß es in einer Mitteilung der Polizei in Gießen. Weitere Einzelheiten nannten die Beamten zunächst nicht.


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