21.10.2020, 10:37 Uhr

Berlin (AFP) Bundesregierung legt Aktionsplan zu Anpassung an Folgen des Klimawandels vor

Trockener Boden nahe Mannheim.
Quelle: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER)Trockener Boden nahe Mannheim. Quelle: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER)

Erstmals Fördermittel für Maßnahmen in sozialen Einrichtungen

Die Bundesregierung will im Rahmen eines Aktionsplans zur Anpassung Deutschlands an die Folgen des Klimawandels wie etwa Hitzewellen soziale Einrichtungen wie Pflegeheime stärker unterstützen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) kündigte am Mittwoch Hilfsmittel von bis zu 150 Millionen Euro an, die beispielsweise in Umbaumaßnahmen fließen können. Die Regierung will das Land mit insgesamt mehr als 180 Maßnahmen auf Folgen der Klimaveränderung wie zunehmende Hitze oder auch Starkregen vorbereiten.

Das Bundeskabinett beschloss den aktuellen Fortschrittsbericht zur sogenannten Anpassungsstrategie, die bereits seit 2008 besteht. Der Klimawandel habe "ganz erhebliche Auswirkungen", sagte Schulze mit Blick auf Hitzewellen oder Dürren in den vergangenen Jahren. Sie appellierte deshalb zum einen, entschieden gegen die globale Erwärmung vorzugehen. Sie hob aber zugleich hervor, dass sich manche Folgen nicht mehr vermeiden ließen. Deutschland müsse sich deshalb anpassen.

Konkret kündigte Schulze erstmals Fördergelder für soziale Einrichtungen an. Die Mittel können demnach zum Beispiel für Dach- und Fassadenbegrünung, schattenspendende Pavillons oder Trinkwasserspender genutzt werden. Das Förderprogramm soll noch im Oktober starten. AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker hob hervor, die Erfahrungen in den Hitzewellen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Pflege aktuell "nicht ausreichend" darauf vorbereitet sei.

Das Bundesumweltministerium strebt zudem an, in einem bundesweiten Klimaschadenskataster Daten zu Schäden und deren Kosten zu bündeln. "Wenn wir die Anpassung optimieren wollen, müssen wir Schäden und Kosten sehr gut kennen", sagte Schulze.

Der Präsident des Umweltbundesamts (UBA), Dirk Messner, mahnte, die Corona-Krise habe gezeigt, wie wichtig es sei, dass eine Gesellschaft "widerstandsfähig" sei. Das gelte auch für die Klimakrise. Es brauche etwa Regeln für die Verfügbarkeit von Wasser und eine Stärkung von artenreichen Wäldern. In den Städten müsse es "mehr grün und blau" geben. Dort sei die Temperatur zum Teil um bis zu zehn Grad höher als im Umland.

Messner forderte aber zugleich ein konsequentes Vorgehen gegen den Klimawandel. "Ohne Klimaschutz ist alles nichts", sagte der UBA-Präsident. Es gebe Grenzen der Anpassungsfähigkeit.


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