13.10.2020, 06:42 Uhr

Berlin (AFP) Maas warnt Türkei vor weiterer "Provokation" im Gasstreit im östlichen Mittelmeer

Heiko Maas.
Quelle: POOL/AFP/JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN (Foto: POOL/AFP/JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN)Heiko Maas. Quelle: POOL/AFP/JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN (Foto: POOL/AFP/JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN)

Außenminister: "Dialogfenster nicht wieder zustoßen"

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat die Türkei im Streit um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer mit den EU-Ländern Griechenland und Zypern vor weiterer "Provokation" gewarnt. "Ankara muss das Wechselspiel zwischen Entspannung und Provokation beenden", sagte Maas am Dienstag vor seinem Abflug nach Zypern und Griechenland. Er appellierte an die Türkei, "dass das gerade geöffnete Dialogfenster mit Griechenland durch einseitige Maßnahmen nicht wieder zugestoßen wird".

Maas forderte alle Seiten auf, "an einem vernünftigen Nachbarschaftsverhältnis zu arbeiten". Sondierungsgespräche könnten "nur in einer konstruktiven Atmosphäre ans Ziel führen". Falls es tatsächlich zu neuerlichen türkischen Gasexplorationen in den umstritteneren Seegebieten im östlichen Mittelmeer käme, wäre das ein herber Rückschlag für die Bemühungen um eine Entspannung der Lage sowie der Entwicklung der EU-Türkei-Beziehungen, sagte der Minister.

Maas trifft am Dienstag zu Gesprächen mit Zyperns Präsident Nikos Anastasiadis sowie Außenminister Nikos Christodoulidis zusammen. Im Anschluss reist er nach Athen, um Griechenlands Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis sowie seinen Kollegen Nikos Dendias zu treffen.

Ankara hatte am Montag erneut sein Forschungsschiff "Oruc Reis" in das wegen Gasvorkommen umstrittene Gebiet im östlich Mittelmeer entsandt, nachdem es in den vergangenen Wochen Signale der Entspannung gegeben hatte. Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen in der Region gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Sowohl die EU-Mitglieder Griechenland und Zypern als auch die Türkei erheben Anspruch auf die betreffenden Seegebiete.

Ankara und Athen haben ihre Position auch durch die Entsendung von Kriegsschiffen verdeutlicht. Dies hat Sorgen in der EU verstärkt, dass der Streit zu einem militärischen Konflikt zwischen den Nato-Partnern führen könnte.


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