04.10.2020, 20:21 Uhr

Washington (AFP) Gesundheitszustand von Trump hat sich "weiter verbessert"


Ärzte deuten mögliche Entlassung aus Krankenhaus ab Montag an

Zwei Tage nach seiner Einweisung ins Krankenhaus hat sich US-Präsident Donald Trump am Sonntag nach Angaben seiner Ärzte auf dem Wege der Besserung befunden. Trumps Zustand habe sich "weiter verbessert", sagte Trumps Leibarzt Sean Conley. Womöglich könne der Präsident schon am Montag entlassen werden, teilten die Ärzte vor dem Militärkrankenhaus Walter Reed nahe Washington mit.

Conley räumte ein, die Sauerstoffwerte des Präsidenten seien seit dem Auftreten der Symptome zweimal kurz gefallen. Trump sei am Freitag ins Krankenhaus geflogen worden, nachdem seine Erkrankung "schnell fortgeschritten" sei und seine Sauerstoffwerte besorgniserregend gefallen seien. Zuvor sei Trump im Weißen Haus mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt worden. Auch am Samstagmorgen seien die Sauerstoffwerte des Präsidenten noch einmal gefallen, sagte Conley. Der Arzt hatte zuvor ausweichend auf entsprechende Fragen geantwortet.

Trump werde nun mit Dexamethason behandelt, einem entzündungshemmenden Steroid-Medikament, das zur Behandlung schwerer Corona-Fälle verwendet werde, sagte Conley. Außerdem erhalte der 74-jährige Präsident weiterhin das Mittel Remdesivir, das die Replikation des neuartigen Coronavirus verhindert. Trump waren auch acht Gramm eines experimentellen Antikörper-Cocktails verabreicht worden. Der Stoff REGN-COV2 des US-Pharmakonzerns Regeneron befindet sich derzeit noch in der Testphase.

Ein weiterer behandelnder Arzt des Präsidenten, Brian Garibaldi, sagte bei dem Briefing, Trump solle sich am Sonntag so viel wie möglich bewegen. "Wenn er sich weiterhin so gut fühlt wie heute, hoffen wir, dass wir für frühstens morgen eine Entlassung ins Weiße Haus planen können, wo er seine Behandlung fortsetzen kann", sagte Garibaldi.

Trump selbst führte am Sonntag vom Krankenhaus aus Telefonate, wie mehrere Menschen aus seinem Umfeld berichteten. In einem am Samstag auf Twitter veröffentlichten Video sagte Trump, als er am Freitag ins Krankenhaus gebracht worden sei, "habe ich mich nicht so gut gefühlt". "Jetzt fühle ich mich viel besser." Er gehe davon aus, dass er "bald wieder zurück" sein werde.

Allerdings sagte der 74-Jährige auch, dass der weitere Verlauf seiner Infektion noch offen sei. "Man weiß nichts Genaues über die nächsten paar Tage. Ich denke, das wird die wahre Probe sein."

Trumps Stabschef Mark Meadows bestätigte am Samstag in einem Interview mit dem Sender Fox News, dass die Ärzte angesichts eines Abfalls des Sauerstoffgehalts im Blut zunächst "sehr besorgt" über den Gesundheitszustand des 74-Jährigen gewesen seien. Allerdings sei die Situation nie so gewesen, dass an eine Übertragung der Amtsgeschäfte an Vizepräsident Mike Pence gedacht worden sei. Seit Freitagmorgen habe der Präsident "unglaubliche Fortschritte gemacht".

Meadows äußerte sich bei Fox News, nachdem zunächst mehrere US-Medien über die Sorge eines Insiders des Weißen Hauses berichtet hatten, der später als Meadows identifiziert wurde. Dessen Angaben stimmten nicht mit der ersten offiziellen Einschätzung von Trumps Leibarzt und der des Präsidenten selbst überein.

Unterdessen fiel die Zustimmung für den Präsidenten auf ein neues Tief: Eine Umfrage für das "Wall Street Journal" und den Sender NBC ergab für Trump eine Zustimmung von 39 Prozent, sein Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl am 3. November, Joe Biden von den US-Demokraten, kam hinhegen auf 53 Prozent.

Gleichzeitig wurde eine steigende Zahl von Infizierten im Umfeld des Präsidenten gemeldet, unter ihnen drei republikanische Senatoren, Trumps Wahlkampfmanager Bill Stepien und sein Wahlkampfberater Chris Christie, Trumps Ex-Beraterin Kellyanne Conway und die Vorsitzende der Republikanischen Partei, Ronna McDaniel. Zuvor war bereits Trumps enge Mitarbeiterin Hope Hicks positiv getestet worden.

Die meisten der Betroffenen hatten an einer Veranstaltung zur Nominierung der konservativen Richterin Amy Coney Barrett für einen Posten am Obersten Gerichtshof teilgenommen, bei der Teilnehmer eng beieinander saßen und kaum jemand Schutzmaske trug. In den US-Medien war vom "Weißen-Haus-Cluster" die Rede.


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