04.10.2020, 14:50 Uhr

Konstanz (AFP) Weniger Teilnehmer bei Corona-Kundgebungen am Bodensee als erwartet

Menschenkette auf deutscher Seeseite konnte am Samstag nicht geschlossen werden

Am Bodensee haben am Wochenende tausende Menschen für oder gegen die Corona-Auflagen demonstriert - eine von Gegnern der Corona-Politik geplante Menschenkette auf der deutschen Seeseite konnte aber wegen zu niedriger Teilnehmerzahlen nicht geschlossen werden. Zu der Aktion am Samstag hatten die Veranstalter bis zu 130.000 Menschen erwartet, laut Polizei nahmen entlang der Strecke 10.000 bis 11.000 Menschen teil. Nennenswerte Vorkommnisse gab es laut Polizei nicht.

Am Sonntag versammelten sich in Konstanz Kritiker der Corona-Auflagen zu einer weiteren Kundgebung, deren Teilnehmerzahl ein Konstanzer Mitinitiator laut Südwestrundfunk mit rund 3000 bezifferte.

Insgesamt waren für das Wochenende fast 30 Versammlungen angemeldet worden, auch für Sonntag waren noch weitere geplant. Einige fielen am Samstag mutmaßlich wegen Regenwetters jedoch aus. Auch am Sonntag wurde ein Demonstrationszug laut Polizei vom Veranstalter abgesagt.

Ein Großteil der Veranstaltungen am Wochenende war nicht von Kritikern der Gesundheitsmaßnahmen angemeldet worden. Nach Angaben der Stadt traten die Versammlungen mehrheitlich für Themen wie Solidarität, Verantwortung in Zeiten der Corona-Krise und den Kampf gegen Antisemitismus ein.

Die Menschenkette am Samstag, die auf der deutschen Seeseite von Konstanz bis nach Lindau verlaufen sollte, hatte die Gruppierung "Querdenken 753 Konstanz" angemeldet. Die Initiative Querdenken veranstaltet seit Monaten Versammlungen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

An einer Abschlusskundgebung im Anschluss an die Menschenkettenaktion am Samstagabend in Konstanz nahmen laut Polizei knapp 500 Menschen teil. Demnach wurde sie vom Veranstalter vorzeitig aufgelöst. Angemeldet gewesen war eine Teilnehmerzahl von rund 4500.

Die Auflagen der Stadt Konstanz für die Versammlungen waren streng. Um Abstandsregeln sicher zu stellen, mussten die Veranstalter pro 50 Teilnehmer vier Ordner stellen. Zudem waren Reichskriegsflaggen, Kaiserreichsflaggen und Zeichen verboten, die einen deutlichen Bezug zur Zeit oder zu den Verbrechen des Nationalsozialismus haben.


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