30.09.2020, 12:40 Uhr

Berlin (AFP) Weniger junge Erwachsene wandern von Osten nach Westen

Blick auf die Frauenkirche in Dresden.
Quelle: AFP/Archiv/ROBERT MICHAEL (Foto: AFP/Archiv/ROBERT MICHAEL)Blick auf die Frauenkirche in Dresden. Quelle: AFP/Archiv/ROBERT MICHAEL (Foto: AFP/Archiv/ROBERT MICHAEL)

Forscher führen Entwicklung auf attraktivere Städte im Osten zurück

Die Trendwende bei der Ost-West-Wanderung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass immer weniger junge Erwachsene Ostdeutschland den Rücken kehren. Während im Jahr 2001 noch mehr als 60.000 Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren in den Westen zogen, waren es 2018 nur noch etwa 20.000, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Dass weniger junge Erwachsene in den Westen ziehen, führen die Forscher auch darauf zurück, dass es im Osten Deutschlands inzwischen eine Reihe von Groß- und Mittelstädten gibt, die für gut qualifizierte Arbeitnehmer zunehmend attraktiver wurden. Der Anreiz, in den Westen zu gehen, sei damit heute deutlich geringer als noch vor einigen Jahren.

30 Jahre nach der Deutschen Einheit ist die Binnenwanderung zwischen den ostdeutschen Bundesländern außer Berlin und Westdeutschland insgesamt fast ausgeglichen. Während der Osten auf dem Höhepunkt der Abwanderung im Jahr 2001 einen Wanderungsverlust von knapp hunderttausend Menschen gegenüber dem Westen verzeichnete, kam es 2017 erstmals zu einem Wanderungsgewinn im Osten von 4000 Zuzüglern. Wanderungsverlust heißt, dass mehr Menschen gingen, als andere zuzogen.

Im Gegenzug blieb die Zahl der West-Ost-Wanderer weitgehend stabil. Sie schwankt seit 1991 relativ konstant um den Wert von etwa 90.000 pro Jahr.

Dennoch ziehen nach wie vor mehr 18- bis 29-Jährige aus dem Osten in Richtung Westen als umgekehrt, was vor allem an den weiterhin besseren Berufschancen in den alten Bundesländern liegt. Bei den 30- bis 49-Jährigen verzeichnen die ostdeutschen Bundesländer dagegen inzwischen Wanderungsgewinne gegenüber dem Westen. Einen Teil dieser Zuzüge machen Menschen aus, die einst dem Osten den Rücken kehrten und nun wiederkommen.

Von der aktuellen Trendwende bei der Bevölkerungsentwicklung profitieren aber nicht alle ostdeutschen Bundesländer. Während der Studie zufolge Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen im Jahr 2018 Wanderungsgewinne verzeichneten, verloren Sachsen-Anhalt und Thüringen weiterhin an Bevölkerung gegenüber dem Westen.


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