29.09.2020, 18:28 Uhr

Washington (AFP) Biden veröffentlicht kurz vor TV-Duell mit Trump jüngste Steuererklärung

Kontrahenten Biden (l.) und Trump.
Quelle: AFP/Archiv/JIM WATSON, Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/JIM WATSON, Brendan Smialowski)Kontrahenten Biden (l.) und Trump. Quelle: AFP/Archiv/JIM WATSON, Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/JIM WATSON, Brendan Smialowski)

Herausforderer verstärkt Druck auf Amtsinhaber

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat wenige Stunden vor dem ersten TV-Duell mit Amtsinhaber Donald Trump seine jüngste Steuererklärung veröffentlicht. Laut der am Dienstag auf der Website des Kandidaten veröffentlichten Dokumente zahlten Biden und seine Frau Jill im vergangenen Jahr 299.346 Dollar (rund 255.000 Euro) an Bundessteuern. Die Summe steht in starkem Kontrast zu Trump, der einem Bericht der "New York Times" zufolge 2016 und 2017 nur jeweils 750 Dollar an die Bundessteuerbehörde IRS zahlte und in vielen anderen Jahren gar keine Zahlungen leistete.

Biden veröffentlichte die Steuererklärung wenige Stunden vor seinem ersten Fernsehduell mit Trump. Dieses sollte fünf Wochen vor der Präsidentschaftswahl am Dienstagabend (21.00 Uhr Ortszeit; Mittwoch 03.00 Uhr MESZ) in Cleveland im Bundesstaat Ohio stattfinden.

Die "New York Times" hatte am Sonntag unter Berufung auf jahrelang von Trump geheim gehaltene Steuerunterlagen berichtet, dass der Immobilien-Milliardär im Wahljahr 2016 und in seinem ersten Amtsjahr 2017 nur jeweils 750 Dollar an die Bundessteuerbehörde IRS zahlte.

In elf von 18 Steuerjahren, für welche das Blatt die Dokumente durchforstete, zahlte der Präsident den Angaben zufolge gar keine Bundeseinkommensteuer. Trump habe in den vergangenen rund 20 Jahren jede Menge Abschreibemöglichkeiten genutzt: Unter anderen habe er Kosten für seine Wohnsitze und Flugzeuge abgesetzt - und 70.000 Dollar für Haar-Styling für Fernsehauftritte.

Trump hält seine Steuerunterlagen im Gegensatz zu seinen Vorgängern unter Verschluss. Er hatte den Zeitungsbericht als "totale Falschnachricht" und "erfunden" zurückgewiesen. Er habe zudem "viel Bundesstaats-Einkommensteuer gezahlt", erklärte er mit Blick auf seine - ebenfalls unter Verschluss gehaltenen - Steuerzahlungen an den Bundesstaat New York.


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