23.09.2020, 14:12 Uhr

Washington (AFP) Verstorbene US-Verfassungsrichterin Ginsburg in Supreme Court aufgebahrt

Sarg von Richterin Ginsburg.
Quelle: AFP/SAUL LOEB (Foto: AFP/SAUL LOEB)Sarg von Richterin Ginsburg. Quelle: AFP/SAUL LOEB (Foto: AFP/SAUL LOEB)

Trump wird liberaler Richterin am Donnerstag letzte Ehre erweisen

Der Leichnam der verstorbenen US-Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg ist am Mittwoch im Obersten Gerichtshof aufgebahrt worden. Der mit einer US-Fahne bedeckte Sarg der angesehenen liberalen Richterin wurde am Vormittag in das Gebäude des Supreme Court in der Hauptstadt Washington getragen. Mehr als hundert frühere Mitarbeiter der Justiz-Ikone standen dabei auf den Stufen des Gerichtsgebäudes.

Eine Rabbinerin leitete dann eine Trauerzeremonie für die jüdische Juristin. Der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs, John Roberts, würdigte Ginsburgs Einsatz unter anderem für die Rechte von Frauen.

Bis Donnerstagabend werden Bürger von der beliebten Richterin Abschied nehmen können. US-Präsident Donald Trump wird Ginsburg am Donnerstag die letzte Ehre erweisen, wie das Weiße Haus mitteilte. Am Freitag dann wird der Sarg im Kapitol aufgebahrt, dem nahe des Supreme Court gelegenen Kongressgebäude.

Ginsburg war am Freitag im Alter von 87 Jahren an Krebs gestorben. Sie war eine von vier Linksliberalen in dem neunköpfigen Richterkollegium.

Nach Ginsburgs Tod hat Trump das Recht, eine neue Verfassungsrichterin zu ernennen. Der Republikaner kann damit die konservative Ausrichtung des Supreme Court verstärken und auf Jahre zementieren. Trump hat eine Nominierung für Samstag angekündigt und erklärt, er werde eine Frau ernennen. Als Favoritinnen gelten die konservativen Richterinnen Amy Coney Barrett und Barbara Lagoa.

Die Personalie muss dann noch im US-Senat bestätigt werden. Dort haben Trumps Republikaner eine Mehrheit - und nach anfänglichen Zweifeln sieht es so aus, als ob der Präsident auf diese Mehrheit bauen kann. Die oppositionellen Demokraten haben Trump vergeblich aufgefordert, so kurz vor der Präsidentschaftswahl am 3. November nicht eine derart wichtige Personalentscheidung zu treffen.


0 Kommentare