23.09.2020, 13:02 Uhr

Berlin (AFP) Schauspieler Michael Gwisdek im Alter von 78 Jahren gestorben

Charakterdarsteller spielte in zahlreichen Filmen und Serien mit

Trauer um den Charakterdarsteller Michael Gwisdek aus der ehemaligen DDR: Der Schauspieler und Regisseur Gwisdek ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Er starb am Dienstag nach kurzer schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie, wie die Agentur Just Publicity am Mittwoch mitteilte. Der Ostberliner spielte in zahlreichen Filmen und Serien mit, unter anderem im "Tatort" und im bei der Berlinale 1999 ausgezeichnete Drama "Nachtgestalten".

Gwisdek wurde 1942 in Berlin-Weißensee geboren. Auch seine Karriere als Schauspieler begann im Osten: Zunächst arbeitete er ab Ende der 60er mehrere Jahre an einem Theater in Chemnitz, bevor er 1973 ins Ensemble der Ostberliner Volksbühne kam. Zehn Jahre später wechselte Gwisdek ans Deutsche Theater und wurde in den 80er Jahren auch in der Bundesrepublik bekannt.

Gwisdek arbeitete auch als Regisseur - sein Regiedebüt gab er 1988 mit "Treffen in Travers". Weitere Regiearbeiten waren "Abschied von Agnes" und "Das Mambospiel". Im Kino war der Exmann der Schauspielerin Corinna Harfouch auch etwa in "Jesus liebt mich" und "Goodbye, Lenin" zu sehen. Er spielte auch in der Krimireihe "Der Bulle von Tölz" mit. 2003 gehörte Gwisdek zudem zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie, die den Deutschen Filmpreis verleiht.

Auch einer der Söhne von Harfouch und Gwisdek, Robert Gwisdek, arbeitet als Schauspieler. Michael Gwisdek heiratete 2007 nach der Scheidung von Harfouch seine 24 Jahre jüngere Lebensgefährtin.

Das ZDF drückte am Mittwoch seine Trauer über den Tod des Schauspielers und Regisseurs aus. Die stellvertretende Programmdirektorin Heike Hempel nannte Gwisdek einen "humorvollen Beobachter der deutsch-deutschen Geschichte", der "Brücken zwischen Ost und West" gebaut habe.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nannte Gwisdek "einen großartigen und beliebten Schauspieler". Er habe zu den Künstlern gehört, "die in beiden Teilen unserer Stadt und über unser Land hinaus geachtet und geschätzt sind". "Wir hätten uns von Michael Gwisdek noch viele vergnügliche und eindrückliche Filmerlebnisse gewünscht", erklärte Müller.

"Wir trauern um den großartigen Künstler Michael Gwisdek, der uns, seinem begeisterten Publikum, wegen seiner Vielseitigkeit fast zu einem Lebensbegleiter geworden ist", erklärte auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Die deutsche Film- und Fernsehlandschaft verliere einen "erstklassigen Charakterdarsteller".


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