22.09.2020, 13:36 Uhr

New York (AFP) UN-Generalsekretär warnt vor "neuem Kalten Krieg" zwischen USA und China

UN-Generalsekretär António Guterres.
Quelle: AFP/Archiv/CRISTINA QUICLER (Foto: AFP/Archiv/CRISTINA QUICLER)UN-Generalsekretär António Guterres. Quelle: AFP/Archiv/CRISTINA QUICLER (Foto: AFP/Archiv/CRISTINA QUICLER)

Guterres hält Rede zu Auftakt von Generaldebatte der UN-Vollversammlung

UN-Generalsekretär António Guterres hat zum Auftakt der Generaldebatte der UN-Vollversammlung vor einem "neuen Kalten Krieg" zwischen den USA und China gewarnt. "Wir bewegen uns in eine gefährliche Richtung", sagte Guterres am Dienstag am Sitz der Vereinten Nationen in New York. "Unsere Welt kann sich keine Zukunft leisten, in der die beiden größten Volkswirtschaften die Erde spalten."

Eine "technologische und wirtschaftliche Spaltung" könnte letztlich auch zu einer "geostrategischen und militärischen Spaltung" führen, warnte Guterres, ohne die USA und China beim Namen zu nennen. "Das müssen wir unter allen Umständen vermeiden."

Zugleich rief der UN-Generalsekretär angesichts der Corona-Pandemie erneut zu einer weltweiten Waffenruhe auf, die bis zum Jahresende in Kraft treten müsse. "Uns bleiben 100 Tage. Die Uhr tickt."

Die Generaldebatte der UN-Vollversammlung, für gewöhnlich das größte diplomatische Spitzentreffen der Welt, findet in diesem Jahr wegen Corona weitestgehend virtuell statt: Die Staats- und Regierungschefs und Minister der 193 UN-Mitgliedstaaten sind nicht nach New York gereist, sondern halten ihre Reden in Form von Videobotschaften. Am Dienstag standen unter anderem Ansprachen von US-Präsident Donald Trump, Chinas Staatschef Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin auf dem Programm.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) wird seine Rede am Dienstag kommender Woche am letzten Tag der Generaldebatte halten. Die Generaldebatte markiert den Beginn des 75. Sitzungsjahrs der UN-Vollversammlung.

Bereits am Montag hatten die Vereinten Nationen ihr 75-jähriges Bestehen gefeiert. Die Vereinten Nationen waren 1945 als Nachfolgeorganisation des Völkerbunds gegründet worden, um nach dem Zweiten Weltkrieg internationale Zusammenarbeit zu fördern und Konflikte zu vermeiden.


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