21.09.2020, 18:25 Uhr

London (AFP) Britische Experten befürchten exponentiellen Anstieg bei Corona-Neuinfektionen

Pubs in England könnten laut Medienberichten wieder geschlossen werden.
Quelle: AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS (Foto: AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS)Pubs in England könnten laut Medienberichten wieder geschlossen werden. Quelle: AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS (Foto: AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS)

Appell zur Einhaltung strenger Abstandsregeln

In Großbritannien droht nach Einschätzung von Experten ein massiver Anstieg bei den Corona-Infektionszahlen, sollte sich die Bevölkerung nicht konsequent an strenge Abstandsregeln halten. Bis Mitte Oktober könnten die täglichen Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus ein Niveau von 50.000 erreichen, warnte der Chefarzt der Regierung in England, Chris Whitty, am Montag. Die Regierung in London erhöhte die Corona-Alarmstufe von drei auf vier.

Die Situation im größten Landesteil des Vereinigten Königreiches sei mit jener in Spanien und Frankreich vergleichbar, wo sich die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen etwa alle sieben Tage verdopple, sagte Whitty. Die englische Bevölkerung forderte er auf, die Abstandsregeln wegen der Pandemie einzuhalten. "Dies ist nicht das Problem von Irgendjemandem. Dies ist unser aller Problem", betonte Whitty.

Alarm schlug auch der Wissenschaftsberater der britischen Regierung, Patrick Vallance: Zu befürchten sei eine tägliche Todesfallrate von 200 Fällen ab Mitte November, sollte sich die Lage im selben Tempo weiter verschlechtern, sagte er.

Premierminister Boris Johnson will sich am Dienstag zu den derzeit stark steigenden Infektionszahlen in Großbritannien äußern und den Plan seiner Regierung zur Eindämmung der Pandemie im Herbst und Winter vorstellen. Zur Debatte steht Medienberichten zufolge unter anderem eine erneute Schließung der Pubs in England vom kommenden Wochenende an.

Gesundheitsminister Matt Hancock brachte aber auch einen vollständigen neuen Lockdown ins Spiel. "Das Virus breitet sich aus. Wir befinden uns an einem Kipppunkt", sagte er bei einer Rede im Parlament. "Wir müssen alle unseren Teil dazu beitragen, um die Ausbreitung (des Virus) zu stoppen."

Großbritannien ist das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land Europas. Fast 42.000 Menschen sind dort bereits an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Nach einer vorübergehenden Beruhigung des Infektionsgeschehens in den Sommermonaten steigt die Zahl der täglichen Neuinfektionen seit einiger Zeit rapide an. Täglich melden die Behörden derzeit rund 6000 neue Corona-Fälle.

Bereits seit einer Woche gelten in einigen Teilen Englands verschärfte Maßnahmen. Wer gegen eine verhängte Quarantäne verstößt, muss mit empfindlichen Bußgeldern in Höhe von bis zu 10.000 Pfund (11.000 Euro) rechnen.


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