11.09.2020, 19:33 Uhr

Washington (AFP) Israel und Bahrain einigen sich auf Normalisierung ihrer Beziehungen

Netanjahu und Bahrains König Hamad bin Isa al-Chalifa .
Quelle: POOL/AFP/Archiv/Abir SULTAN, Mandel NGAN (Foto: POOL/AFP/Archiv/Abir SULTAN, Mandel NGAN)Netanjahu und Bahrains König Hamad bin Isa al-Chalifa . Quelle: POOL/AFP/Archiv/Abir SULTAN, Mandel NGAN (Foto: POOL/AFP/Archiv/Abir SULTAN, Mandel NGAN)

Trump spricht von "Friedensabkommen" und "historischem Durchbruch"

Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten hat auch Bahrain eine Normalisierung seiner Beziehungen mit Israel vereinbart. Das gaben Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump am Freitag bekannt. Die beiden Länder würden "umfassende diplomatische Beziehungen" aufnehmen, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Regierungen der USA, Israels und Bahrains. Die Palästinenser übten scharfe Krtik an der Vereinbarung, Lob kam dagegen aus Ägypten.

"Ich bin ergriffen, mitteilen zu können, dass wir ein weiteres Friedensabkommen mit einem weiteren arabischen Land, Bahrain, schließen werden", erklärte Netanjahu. Es werde weitere Abkommen geben, kündigte der umstrittene Regierungschef an. "Dies ist eine neue Ära des Friedens." Gegen den wegen Korruption angeklagten langjährigen Ministerpräsidenten finden in Israel jedes Wochenende Massenproteste statt.

Trump sprach im Onlinedienst Twitter von einem "Friedensabkommen" und "einem weiteren historischen Durchbruch" nach einer entsprechenden Vereinbarung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten vom 13. August. Beide Abkommen sollen am 15. September im Weißen Haus offiziell gemacht werden, wenn auch die Emirate ihre Vereinbarung mit Israel unterzeichnen.

Chaled al-Chalifa, ein Berater von Bahrains König Hamad bin Isa al-Chalifa, erklärte, das Abkommen werde zu "Sicherheit, Stabilität und Wohlstand" in der Region beitragen.

Sowohl die Palästinenserbehörde im Westjordanland als auch die radikalislamische Hamas im Gazastreifen verurteilten das Abkommen dagegen. Die gemäßigte Fatah in Ramallah sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem "Dolchstoß", die Hamas von einer "Aggression".

Dagegen bezeichnete Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi das Abkommen als "historisch". "Ich begrüße diesen wichtigen Schritt zur Konsolidierung von Stabilität und Frieden im Nahen Osten, der eine gerechte und dauerhafte Lösung für die palästinensische Sache herbeiführen wird", schrieb al-Sisi im Kurzbotschaftendienst Twitter. Ägypten hatte 1979 als erstes arabisches Land Frieden mit Israel geschlossen.

Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den arabischen Verbündeten der USA in der Region ist ein zentrales Ziel von Trumps Nahost-Politik, um den Iran zu isolieren. Bahrain und Israel sind beide dem Iran feindlich gesinnt.

Bahrain ist nach den Emiraten, Ägypten und Jordanien erst das vierte arabische Land, das diplomatische Beziehungen zu Israel aufnimmt. Israel und die Emirate hatten am 13. August überraschend ihre Übereinkunft bekannt gegeben. Die Vereinbarung war unter Vermittlung Washingtons zustande gekommen. Westliche Staaten hatten die Annäherung positiv aufgenommen. Scharfe Kritik kam dagegen von den Palästinensern sowie der Türkei und dem Iran.


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