21.08.2020, 04:32 Uhr

Berlin (AFP) Thüringens Innenminister: Gefahr durch islamistische Extremisten ernst nehmen

Autowrack nach dem mutmaßlichen islamistischen Anschlag.
Quelle: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN (Foto: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN)Autowrack nach dem mutmaßlichen islamistischen Anschlag. Quelle: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN (Foto: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN)

SPD-Politiker nennt Kollisionen auf Berliner Autobahn "hinterhältigen Angriff"

Nach dem mutmaßlichen islamistischen Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn hat der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Georg Maier (SPD), dazu aufgerufen, die Bedrohung durch den islamistischen Extremismus weiterhin ernst zu nehmen. "Das war ein hinterhältiger Angriff, der deutlich macht, dass die Gefahr des religiös motivierten Terrors nicht unterschätzt werden darf", sagte der thüringische Innenminister dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitagsausgaben).

Für die Sicherheitsbehörden bleibe es eine große Herausforderung, derartige Radikalisierungen frühzeitig zu erkennen, fügte Maier hinzu. "Wir müssen darauf hinarbeiten, sowohl Strukturen als auch potenzielle Einzeltäter durch einen personenorientierten Ansatz stärker in den Blick zu nehmen", sagte der SPD-Politiker.

Bei den offenbar gezielt verursachten Zusammenstößen am Dienstagabend auf der A 100 waren drei Menschen schwer und drei weitere leicht verletzt worden. Die Polizei nahm einen 30-jährigen Iraker fest. Gegen den abgelehnten Asylbewerber wird nach Angaben der Berliner Generalstaatsanwaltschaft "wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in drei Fällen" ermittelt.

Der Mann wurde den Angaben zufolge in "einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung des Maßregelvollzugs" untergebracht. Laut Generalstaatsanwaltschaft hatte der Täter zwei Motorradfahrer und ein Auto gerammt und einen weiteren Wagen gestreift. Der Verdächtige scheine vorwiegend auf Motorradfahrer "Jagd gemacht zu haben", sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Wegen seiner Äußerungen nach der Tat gingen die Ermittler von einer "religiös-islamistischen Motivation" aus. Sie fanden zunächst keine Anhaltspunkte für eine Mitgliedschaft des Mannes in einer extremistischen Organisation.


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