18.08.2020, 14:31 Uhr

Düsseldorf (AFP) Merkel lehnt Festlegungen in Debatte um ihre Nachfolge weiter ab

Merkel und Laschet.
Quelle: POOL/AFP/Federico Gambarini (Foto: POOL/AFP/Federico Gambarini)Merkel und Laschet. Quelle: POOL/AFP/Federico Gambarini (Foto: POOL/AFP/Federico Gambarini)

Bundeskanzlerin zu Gast bei Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat es auch nach einem Besuch beim nordrhein-westfälischen Landeskabinett in Düsseldorf vermieden, sich in der Debatte um ihre Nachfolge festzulegen. Sie mische sich bei dieser Frage nicht ein, sagte Merkel am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsident Armin Laschet, der sich zunächst um den CDU-Vorsitz bewirbt. Die Kanzlerin lobte aber ausdrücklich die Regierungsarbeit Laschets.

Der Besuch in Nordrhein-Westfalen wurde auch deshalb genau beobachtet, weil Merkel vor fünf Wochen Gast bei einer Sitzung des bayerischen Kabinetts auf Schloss Herrenchiemsee gewesen war. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird ebenfalls als möglicher Kanzlerkandidat der Union gehandelt.

Zunächst muss allerdings noch geklärt werden, wer an die Spitze der CDU rückt. Offizielle Bewerber für die Nachfolge der derzeitigen Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer sind bislang neben Laschet der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen. Eine Entscheidung darüber soll auf einem Parteitag Anfang Dezember fallen. Der gemeinsame Kanzlerkandidat der Union soll erst danach bestimmt werden.

Merkel sagte dazu in Düsseldorf, sie habe immer gesagt, dass ein CDU-Vorsitzender bereit und fähig sein müsse, Kanzler zu sein. Laschet bringe als Ministerpräsident viele Qualifikationen mit. Er regiere das größte Bundesland, arbeite effizient mit einer Koalition aus CDU und FDP. Das sei zumindest "Rüstzeug, das durchaus Gewicht hat". Mit Blick auf weitere Spekulationen über ihre Präferenzen fügte Merkel hinzu: "Das war es dann auch von meiner Seite."

Laschet mahnte die CDU, sich in den kommenden Monaten nicht nur mit "innerparteilichen Dingen" zu beschäftigen. Die Corona-Situation sei ernst. Zu Spekulationen über eine einvernehmliche Lösung in der Frage des CDU-Vorsitzes sagte er, er sei "offenkundig" immer für Teamlösungen gewesen. Es gebe aber im Moment "keinen Anlass zu glauben, dass sich das Team noch vergrößern könnte", sagte er mit Blick auf Gesundheitsminister Jens Spahn, der bislang die Kandidatur Laschets unterstützt.


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