16.08.2020, 14:33 Uhr

Berlin (AFP) Habeck: Wir kämpfen um die Führung in diesem Land

Grünen-Parteichef Robert Habeck.
Quelle: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ)Grünen-Parteichef Robert Habeck. Quelle: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ)

Grünen-Chef: Vor Kandidatenentscheidung auf Sachfragen konzentrieren

Die Grünen wollen in der künftigen Bundesregierung die führende Rolle übernehmen. "Wir kämpfen um die Führung in diesem Land, niemand kämpft um Platz zwei", sagte Parteichef Robert Habeck am Sonntag im ARD-"Sommerinterview". Durch gute inhaltliche Arbeit seien die Grünen in den Umfragen zweitstärkste Kraft geworden "und aus dieser Position heraus werden wir die Union fordern", kündigte Habeck mit Blick auf die Bundestagswahl 2021 an.

In der Frage einer Kanzlerkandidatur der Grünen legte sich Habeck erneut nicht fest. "Wir werden uns entscheiden, wenn es darauf ankommt", sagte er lediglich. Vorerst gehe es ihm darum "im Team zu arbeiten" und sich "auf die inhaltliche Arbeit zu konzentrieren". Anhand dieser Inhalte würden die Grünen "unser Profil schärfen" und deutlich machen, "dass wir Dinge prinzipiell anders machen müssen", um das Land krisenfester zu machen, sagte er in dem Interview für die Sendung "Bericht aus Berlin".

Habeck hob hervor, die Grünen seien gerade deswegen stärker geworden, "weil wir uns auf die Sachfragen konzentrieren und weil wir uns nicht mit uns selbst beschäftigen". Dabei sei es "ein politisches Merkmal" der Grünen, im Team zu arbeiten und "nicht mit monarchistischen Gesten". Letztlich werde die Partei dann über die Aufstellung für die Bundestagswahl im September kommenden Jahres entscheiden.

Die Grünen haben wiederholt deutlich gemacht, dass sie den Zeitpunkt für verfrüht halten, sich in der Frage einer möglichen Kanzlerkandidatur oder auch möglicher Koalitionspartner festzulegen. Als wichtigste Anwärterin gilt neben Habeck dessen Ko-Parteichefin Annalena Baerbock. Auch sie hatte am Samstag in den Zeitungen der Funke Mediengruppe Festlegungen in der Kandidatenfrage vermieden.

Bislang waren die Grünen stets mit einer Doppelspitze aus zwei Spitzenkandidaten in die Bundestagswahlkämpfe gegangen.


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