14.08.2020, 20:43 Uhr

Brüssel (AFP) EU-Außenminister rufen Türkei zur Deeskalation in Gasstreit im Mittelmeer auf

Türkische Marineschiffe und Erkundungsschiff "Oruc Reis".
Quelle: TURKISH DEFENCE MINISTRY/AFP/- (Foto: TURKISH DEFENCE MINISTRY/AFP/-)Türkische Marineschiffe und Erkundungsschiff "Oruc Reis". Quelle: TURKISH DEFENCE MINISTRY/AFP/- (Foto: TURKISH DEFENCE MINISTRY/AFP/-)

Thema soll in zwei Wochen erneut besprochen werden

Die EU-Außenminister haben anlässlich des Gasstreits im östlichen Mittelmeer ihre Solidarität mit Griechenland bekundet. Die Türkei sei zu einer "sofortigen Deeskalation und einer Rückkehr zum Dialog" aufgerufen, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell nach einer außerordentlichen Video-Konferenz am Freitag. Das Thema solle beim nächsten EU-Außenministertreffen am 27. und 28. August in Berlin weiter besprochen werden.

Der griechische Außenminister Nikos Dendias sagte nach dem Treffen, er wolle seine "Zufriedenheit über die Verurteilung des illegalen Vorgehens der Türkei ausdrücken". Er begrüßte die Unterstützung der EU-Partner für Griechenland und Zypern in dem Streit.

Die Bundesregierung hatte vor dem Treffen ihre Besorgnis über den Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland zum Ausdruck gebracht. Wichtig sei nun "Deeskalation". Die beteiligten Seiten müssten miteinander direkt ins Gespräch kommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Donnerstag mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis telefoniert, nachdem sich der Streit diese Woche wieder zugespitzt hatte. Die Türkei hatte ein Erkundungsschiff in die Nähe der griechischen Insel Katellorizo vor der türkischen Küste entsandt. Türkische und griechische Marineschiffe sind dort nun im Einsatz. Frankreich hat zudem zwei Kampfflugzeuge und zwei Kriegsschiffe in die Region geschickt.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu versicherte, die Türkei wolle keine Eskalation und warf Frankreich vor, sich "wie ein Gangster" zu verhalten.

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte mit Blick auf die Nato-Partner Türkei und Griechenland, dass sich der Aufruf zur Deeskalation an beide Seiten richte. Es sei "wichtig, dass beide jede weitere Eskalation vermeiden". Auch zu einer Frage nach der verstärkten französischen Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer sagte Seibert, es müsse alles getan werden, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.

Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer, auch vor der Küste Zyperns, gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Neben den Nato-Partnern Türkei und Griechenland erhebt auch die Republik Zypern Anspruch auf die betreffenden Seegebiete. Athen und Zypern sehen die Erkundungen türkischer Schiffe in ihren Hoheitsgewässern als Verstoß gegen ihre Souveränität. Ankara hingegen besteht darauf, dass auch der Türkei Teile der Gasvorkommen zustehen.


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