30.07.2020, 10:31 Uhr

Brasília (AFP) Brasilien öffnet trotz Corona-Höchstwerten Grenzen für ausländische Flugreisende

Helfer mit Coronavirus-Patienten in Belo Horizonte .
Quelle: AFP/DOUGLAS MAGNO (Foto: AFP/DOUGLAS MAGNO)Helfer mit Coronavirus-Patienten in Belo Horizonte . Quelle: AFP/DOUGLAS MAGNO (Foto: AFP/DOUGLAS MAGNO)

Schon mehr als 90.000 Menschen an Covid-19 gestorben

Brasilien hat am Mittwoch (Ortszeit) die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen und Todesfällen vermelden müssen - und öffnet trotzdem seine Grenzen wieder für ausländische Flugreisende. Die seit zwei Monaten bestehende Einreisesperre wurde per Regierungsdekret aufgehoben. Brasilien ist nach den USA das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden mehr als 69.000 neue Infektionsfälle und 1595 Todesfälle in 24 Stunden gezählt. Die neuen Höchstwerte hingen aber womöglich auch mit einem technischen Problem zusammen, wegen dem Fälle aus dem schwer betroffenen Bundesstaat São Paulo erst nachträglich gezählt wurden.

Die Ansteckungs- und Todeszahlen unter den 212 Millionen Einwohnern Brasiliens waren zuletzt anhaltend hoch. Seit Anfang Juli lagen die täglichen Todeszahlen regelmäßig bei mehr als tausend. Insgesamt starben schon mehr als 90.000 Menschen an Covid-19 in dem südamerikanischen Land.

Ausländern war die Einreise mit dem Flugzeug seit dem 30. März untersagt. Der Tourismussektor des größten lateinamerikanischen Landes hat unter der Pandemie schwer gelitten. Der Handels- und Tourismusverband CNC schätzt die Einbußen der Branche auf umgerechnet etwa 20 Milliarden Euro.

Brasiliens Wirtschaft dürfte laut dem Internationalen Währungsfonds in diesem Jahr um 9,1 Prozent schrumpfen. Die Einreise für Ausländer über Land oder Meer bleibt laut dem Dekret für mindestens weitere 30 Tage verboten.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Ansteckungsfälle in Brasilien liegt nach Angaben der Behörden bei mehr als 2,5 Millionen. Experten gehen davon aus, dass die Zahlen tatsächlich viel höher liegen, da in dem Land relativ wenig getestet wird.


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