24.07.2020, 15:38 Uhr

Paris (AFP) Frankreich: Corona-Pflichttests für Reisende aus Risikoländern

Regierung rät dringend von Reisen nach Katalonien ab

Frankreich führt erstmals verpflichtende Coronavirus-Tests an Flughäfen ein. Sie sollen für Rückkehrer aus 16 Risikoländern gelten, wie Premierminister Jean Castex am Freitag in Paris ankündigte. Von der Regelung, die bis zum 1. August in Kraft treten soll, sind Rückkehrer unter anderem aus den USA, Brasilien, der Türkei, Algerien und Israel betroffen.

In den 16 Ländern verbreite sich das Coronavirus stark, sagte Castex bei einem Besuch am Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Der Zugang zu Tests sei aber oftmals schwierig. "Deshalb haben wir beschlossen, allgemeine Tests einzuführen." Wer mit dem Flugzeug aus den betroffenen Ländern einreist und mit dem Coronavirus infiziert ist, muss für zwei Wochen in Quarantäne.

Nach Angaben von Castex' Büro sind unter anderem auch Serbien, Südafrika, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indien betroffen. Da die EU die Grenzen zu den meisten der Risikoländer bisher geschlossen hält, betrifft die Maßnahme dem Premier zufolge zunächst nur französische Staatsbürger oder Menschen aus Drittländern mit einer Aufenthaltserlaubnis in Frankreich.

Zugleich riet der Regierungschef den Franzosen dringend davon ab, in die spanische Region Katalonien zu reisen, "solange sich die gesundheitliche Situation dort nicht verbessert". Unter anderem in der Hauptstadt Barcelona hatten die Behörden zuletzt wieder strenge Ausgangsbeschränkungen eingeführt.

Frankreich ergreift damit schärfere Maßnahmen als Deutschland. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich zuvor auf freiwillige Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten an Flughäfen geeinigt.

In Frankreich steigen die Infektionszahlen bereits die dritte Woche in Folge wieder schneller. Einige Virologen warnen bereits vor einer ähnlichen Situation wie in Spanien. Mit mehr als 30.000 Coronavirus-Todesfällen ist Frankreich eines der am stärksten betroffenen Länder in Europa.

Im Fall einer zweiten Corona-Welle will die Regierung in Paris einen neuen allgemeinen Lockdown wie zwischen März und Mai vermeiden. Stattdessen setzt sie auf regional begrenzte Maßnahmen, um Wirtschaft und Bürger zu schonen.


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