19.07.2020, 17:11 Uhr

Stuttgart (AFP) Ministerpräsidenten bitten US-Politiker um Einsatz für Truppenverbleib

Fahne mit dem Symbol der Nato.
Quelle: AFP/Archiv/Georges GOBET (Foto: AFP/Archiv/Georges GOBET)Fahne mit dem Symbol der Nato. Quelle: AFP/Archiv/Georges GOBET (Foto: AFP/Archiv/Georges GOBET)

Gemeinsames Schreiben an 13 US-Senatoren und Kongressabgeordnete

Die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz haben sich an einflussreiche US-Politiker gewandt, um einen Teilabzug der in Deutschland stationierten US-Truppen zu verhindern. Die Präsenz der Truppen diene den strategischen Interessen der USA und sei auch "in ihrer Bedeutung für die transatlantische Partnerschaft nicht hoch genug einzuschätzen", heißt es in einem gemeinsamen Schreiben, das "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" (Montagsausgaben) vorlag.

"Wir bitten Sie, uns darin zu unterstützen, das Band der Freundschaft nicht zu lösen, sondern zu festigen und die US-Präsenz in Deutschland und Europa auch für die Zukunft zu erhalten", zitierten die Zeitungen weiter aus dem Schreiben der Ministerpräsidenten an 13 US-Senatoren und Kongressabgeordnete.

US-Präsident Donald Trump hat angeordnet, die Zahl der in Deutschland stationierten US-Soldaten von rund 35.000 auf 25.000 zu reduzieren. Welche der in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz angesiedelten US-Standorte davon betroffen sein werden, ist noch nicht bekannt. Die zuständigen Ausschüsse des US-Kongresses beraten von Dienstag an über den Teilabzug.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und die Regierungschefs von Bayern und Hessen, Markus Söder (CSU) und Volker Bouffier (CDU), hoben die Bedeutung der US-Präsenz in Deutschland hervor. "Die in unseren Ländern stationierten US-Streitkräfte stellen mit ihren Hauptquartieren, Flugplätzen, Truppenübungsplätzen, Kliniken, Logistik-Hubs und anderen wichtigen Infrastruktureinrichtungen, Kampfeinheiten sowie unterstützenden Einheiten das Rückgrat der US-Präsenz in Europa und der Handlungsfähigkeit der Nato dar."

Diese "einmaligen und hoch leistungsfähigen Strukturen" seien von Amerikanern und Deutschen über Jahrzehnte miteinander aufgebaut worden. "Sie bilden die notwendige Voraussetzung für einen partnerschaftlichen Beitrag zum Frieden in Europa und der Welt, dem wir uns alle gemeinsam verpflichtet fühlen", heißt es laut den Zeitungen in dem Brief weiter.


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