14.07.2020, 11:56 Uhr

Dubai (AFP) Emirate verschieben erste arabische Mars-Mission wegen schlechten Wetters

Sonde "Al-Amal" soll nun in der Nacht zu Freitag starten

Schlechtes Wetter hat den Start der ersten arabischen Mars-Mission am Dienstag vorerst verhindert. Wegen ungünstiger meteorologischer Bedingungen verschoben die Vereinigten Arabischen Emirate den Start einer Rakete mit der Mars-Sonde "Al-Amal" ("Hoffnung") vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima um zwei Tage auf die Nacht zum Freitag. Bislang ist nur wenigen Ländern eine Mission zum Roten Planeten geglückt, ebenfalls noch für Juli planen China und die USA unbemannte Flüge zum Mars.

Statt wie zunächst geplant in der Nacht zum Mittwoch solle die Mars-Mission nun am Freitag um 05.43 Uhr Ortszeit (Donnerstag, 22.43 Uhr MESZ) starten, teilte die Regierung der Emirate am Dienstag via Twitter mit.

Etwa eine Stunde nach dem Start soll sich die Mars-Sonde von der Rakete lösen und ihre Reise allein fortsetzen. Dieses Manöver sei der eigentliche kritische Punkt der Mission, sagte Ko-Missionchefin Sarah al-Amiri, die zugleich Technologieministerin der Emirate ist, vorab der Nachrichtenagentur AFP.

Nach ihren Plänen soll die Sonde "Al Amal" pünktlich zum 50. Jahrestag des Zusammenschlusses der Emirate im Februar eine Umlaufbahn des Roten Planeten erreichen. Ein Mars-Jahr, also rund 690 Tage, soll die Sonde den Planeten umkreisen und so ein umfassendes Bild der Mars-Atmosphäre und seiner meteorologischen Dynamik liefern.

Es ist die erste interplanetare Mission eines arabischen Landes überhaupt. Die Emirate hatten erst im September erstmals einen Astronauten ins All geschickt. Der Raumfahrer Hassa al-Mansuri verbrachte nur acht Tage an Bord der Internationalen Raumstation ISS und wurde nach seiner Heimkehr wie ein Held gefeiert.

Hinter der Mars-Mission der Emirate steht ein ehrgeiziges Ziel: Bemannte Missionen sollen dereinst folgen, so dass das Land in knapp hundert Jahren eine Siedlung auf dem Mars errichten kann.

"Al-Amal" soll von einem besonders günstigen Startfenster profitieren, das sich noch bis zum 13. August erstreckt: Mit rund 55 Millionen Kilometern kommt der Mars der Erde so nah wie nur alle 26 Monate.

Diesen Umstand wollen auch die USA und China für eigene Mars-Missionen nutzen. Die chinesische Mars-Sonde "Tianwen-1" soll zwischen dem 20. und 25. Juli auf die monatelange Reise geschickt werden.

Für die Nasa-Raumsonde "Perseverance" soll es frühestens am 30. Juli los gehen. Der US-Rover soll ein Mars-Jahr lang durch den bislang unerforschten Jezero-Krater auf dem Mars fahren und Boden- und Gesteinsproben sammeln.

Die russisch-europäische Mission "ExoMars" wurde hingegen wegen technischer Schwierigkeiten und der Corona-Pandemie von diesem Sommer auf das Jahr 2022 verschoben. Japan will 2024 eine Sonde zum Mars-Mond Phobos schicken.

Der Mars weckt unter anderem deshalb so viel Interesse, weil vor einigen Jahren nachgewiesen wurde, dass einst Wasser - der Ursprung des Lebens - auf seiner Oberfläche floss. Bisher gelangen nur den USA, Indien, der früheren Sowjetunion und der Europäischen Weltraumagentur (ESA) Missionen mit Mars-Sonden.


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