13.07.2020, 15:05 Uhr

Masar-i-Scharif (AFP) Mindestens elf Tote und über 60 Verletzte bei Anschlag im Norden Afghanistans

Anschlag in der Provinzhauptstadt Aibak.
Quelle: AFP/- (Foto: AFP/-)Anschlag in der Provinzhauptstadt Aibak. Quelle: AFP/- (Foto: AFP/-)

Selbstmordattentäter zündet Autobombe vor Geheimdienstgebäude

Im Norden Afghanistans sind am Montag mindestens elf Sicherheitsmitarbeiter bei einem Anschlag der radikalislamischen Taliban getötet worden. Mindestens 63 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten, seien verletzt worden, teilte der Gouverneur der Provinz Samangan, Abdul Latif Ibrahimi, mit. Die Taliban bekannten sich umgehend zu der Attacke in der Provinzhauptstadt Aibak, bei der ein Selbstmordattentäter eine Autobombe vor einem Geheimdienstgebäude zündete, während bewaffnete Kämpfer das Gebäude stürmten.

Ein Sprecher des Gouverneurs sagte, der fast vierstündige Angriff sei beendet worden, nachdem afghanisches Sicherheitspersonal drei bewaffnete Männer erschossen habe. Ein Regierungsmitarbeiter sprach von einer "riesigen" Explosion und berichtete, viele der Opfer seien von umher fliegendem Glas zerborstener Fenster verletzt worden.

In den vergangenen Monaten verübten die radikalislamischen Taliban fast täglich Anschläge gegen afghanische Truppen. Erst vergangenen Sonntag starben 19 Sicherheitskräfte bei zwei unterschiedlichen Anschlägen, die beide den Taliban zugeschrieben worden waren.

Trotz der geplanten Friedensgespräche, die den seit fast 20 Jahren andauernden Konflikt in dem Land beenden sollen, versuchen die Taliban immer wieder, gewaltsam in die nördliche Provinz Kundus und deren gleichnamige Hauptstadt vorzudringen. Die Gespräche sind Teil des Abkommens von Doha, das die USA und die Taliban im Februar geschlossen hatten. Ein konkretes Datum für die direkten innerafghanischen Friedensgespräche steht aber nach wie vor nicht fest.

Um den Weg für den Friedensprozess freizumachen, entließ die Regierung in Kabul in den vergangenen Monaten insgesamt 4000 Taliban-Kämpfer aus dem Gefängnis. Laut dem Abkommen von Doha sollen insgesamt 5000 Radikalislamisten freikommen.


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