01.07.2020, 08:40 Uhr

Lyon (AFP) Nach Aus in Fessenheim Abschaltung von Akw bei Lyon gefordert

Beschleuniger Atom-Ausstieg in Frankreich angemahnt.
Quelle: AFP/Archiv/PHILIPPE DESMAZES (Foto: AFP/Archiv/PHILIPPE DESMAZES)Beschleuniger Atom-Ausstieg in Frankreich angemahnt. Quelle: AFP/Archiv/PHILIPPE DESMAZES (Foto: AFP/Archiv/PHILIPPE DESMAZES)

Kraftwerk in Bugey hat Altersgrenze von 40 Jahren überschritten

Nach der Abschaltung des Atomkraftwerks in Fessenheim im Elsass fordern Frankreichs Umweltschützer einen beschleunigten Ausstieg: Das Netzwerk Sortir du Nucléaire (Aus der Kernkraft aussteigen) nannte es am Mittwoch eine "Priorität", auch den Meiler Bugey bei Lyon vom Netz zu nehmen. Die vier 1978 und 1979 in Betrieb gegangenen Reaktoren seien nun die ältesten in Frankreich. Zudem seien sie störanfällig.

Alle französischen Atomkraftwerke, die das ursprünglich vorgesehene Höchstalter von 40 Jahren überschritten hätten, müssten "zwingend ihre Aktivität einstellen, bevor ein schwerer Unfall passiert", betonten die Umweltschützer.

Der mehrheitlich staatliche Betreiber Electricité de France (EDF) war im Mai wegen radioaktiver Verschmutzung der an Bugey angrenzenden Rhone zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt worden. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Frankreich hatte die Abschaltung von Bugey bereits 2018 als vordringlich bezeichnet. Auch Schweizer Behörden fordern das Aus für den Meiler, der rund 70 Kilometer von Genf entfernt liegt.

Am Montagabend war das älteste französische Atomkraftwerk Fessenheim nach 43 Jahren Betrieb endgültig vom Netz genommen worden. Präsident Emmanuel Macron gab damit jahrelangem Drängen aus Deutschland und der Schweiz nach.


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