25.06.2020, 11:54 Uhr

Kopenhagen (AFP) WHO besorgt über Anstieg von Corona-Neuinfektionen in Europa

WHO-Regionaldirektor Hans Kluge.
Quelle: AFP/Archiv/Alberto PIZZOLI (Foto: AFP/Archiv/Alberto PIZZOLI)WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Quelle: AFP/Archiv/Alberto PIZZOLI (Foto: AFP/Archiv/Alberto PIZZOLI)

Warnung vor gefährlicher Überlastung der Gesundheitssysteme

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts eines Anstiegs der Infektionszahlen in Europa vor Nachlässigkeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie gewarnt. "Vergangene Woche gab es in Europa erstmals seit Monaten einen Anstieg der wöchentliche Fallzahlen", sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. 30 europäische Länder hätten innerhalb der zwei vergangenen Wochen steigende Infektionszahlen gemeldet.

"In elf dieser Länder hat die Beschleunigung der Übertragung zu einer sehr bedeutenden Zunahme geführt, die, wenn sie nicht unter Kontrolle gebracht wird, die Gesundheitssysteme in Europa ein weiteres Mal an den Rand des Abgrunds bringt", warnte Kluge. Konkrete Länder oder nationale Fallzahlen nannte er dabei nicht.

Laut WHO werden in Europa derzeit täglich fast 20.000 neue Corona-Fälle und mehr als 700 Todesfälle registriert. In Deutschland wurden in den vergangenen sieben Tagen etwa 500 bis 770 neue Fälle pro Tag gemeldet. Laut Robert-Koch-Institut starben in Deutschland bislang 8927 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.

Besonders viele Fälle wurden in Deutschland im Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh festgestellt. Deswegen verfügten die Behörden massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Gütersloh wie auch im Nachbarkreis Warendorf. Es gelten unter anderem wieder strenge Kontaktbeschränkungen. Bars, Fitnessstudios, Museen und weitere Orte wurden geschlossen.

Deutschland wie auch Polen, Spanien und Israel ernteten für ihren Umgang mit der Pandemie Lob von Kluge. Diese Länder hätten in den vergangenen Wochen rasch auf die neuen Ausbrüche in "Schulen, Kohleminen und Lebensmittelbetrieben" reagiert, sagte der WHO-Regionaldirektor. Die Ausbrüche seien "durch schnelle und gezielte Interventionen unter Kontrolle gebracht" worden.


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