25.06.2020, 01:20 Uhr

Washington (AFP) 400 Nationalgardisten in Washington zum Schutz von Statuen mobilisiert

Protestors attempt to pull down the statue of president Andrew Jackson in Lafayette Square near the White House .
Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/TASOS KATOPODIS (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/TASOS KATOPODIS)Protestors attempt to pull down the statue of president Andrew Jackson in Lafayette Square near the White House . Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/TASOS KATOPODIS (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/TASOS KATOPODIS)

Anti-Rassismus-Demonstranten greifen immer wieder Denkmäler an

Die US-Regierung hat rund 400 Soldaten der Nationalgarde in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzen lassen, um Denkmäler in Washington vor Anti-Rassismus-Demonstranten zu schützen. Das Pentagon kam damit am Mittwoch nach eigenen Angaben einer Anfrage von Innenminister David Bernhardt nach. Bernhardt ordnete zudem die Errichtung von Barrieren in Gegenden nahe des Weißen Hauses an. Diese Orte sollen mit "Unnachsichtigkeit" geschützt werden, kündigte er an.

Sollten die Nationalgardisten zur Unterstützung der Polizei beim Schutz der Denkmäler entsendet werden, dann aber nur unbewaffnet, kündigte ein Pentagon-Sprecher an. Die Nationalgardisten könnten helfen, Menschenmengen von bestimmten Zonen fernzuhalten, sagte er.

Demonstranten hatten in den vergangenen Tagen mehrere Denkmäler in der Hauptstadt attackiert. So versuchten sie am Montag, mit Seilen eine Statue des früheren Präsidenten Andrew Jackson vor dem Weißen Haus umzustürzen, was ihnen aber nicht gelang. Die Polizei löste die Ansammlung von mehreren hundert Demonstranten unter Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray auf.

Jackson, der von 1829 bis 1837 regierte, ist ein besonders umstrittener Präsident. Er war nicht nur Sklavenhalter, sondern ließ auch in großem Umfang Indianer umsiedeln, um Raum für weiße Siedler zu schaffen. Im ganzen Land wurden in den vergangenen Wochen im Zuge der Anti-Rassismus-Proteste immer wieder Denkmäler von historischen Figuren angegriffen, die mit dem Erbe von Sklaverei und rassistischer Diskriminierung in Verbindung stehen.

Präsident Donald Trump warnte, dass Demonstranten für Angriffe auf Denkmäler lange Gefängnisstrafen drohten. Jeder, der eine Statue oder ein Monument "beschädigt oder zerstört", solle festgenommen werden, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Haftstrafe könne bis zu zehn Jahren betragen.

Die landesweiten Demonstrationen gegen Rassismus und exzessive Polizeigewalt waren durch die Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis ausgelöst und später durch die tödlichen Polizeischüsse auf den Schwarzen Rayshard Brooks in Atlanta weiter angefacht worden. Bei den Protesten wurden wiederholt Einheiten der Nationalgarde eingesetzt, die aus Reservisten besteht.


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