23.06.2020, 14:13 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Zentralrat der Sinti und Roma befürchtet Stigmatisierung wegen Corona-Ausbrüchen

Vorbereitungen für Coronatests an einem Wohnblock in Verl.
Quelle: AFP/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Ina FASSBENDER)Vorbereitungen für Coronatests an einem Wohnblock in Verl. Quelle: AFP/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Ina FASSBENDER)

Vorsitzender blickt mit Sorge auf aktuelle Vorgänge in Fleischindustrie

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat davor gewarnt, die Minderheit für Corona-Ausbrüche verantwortlich zu machen. "Wenn man Corona zu einer Pandemie macht, deren Verbreitung gezielt Roma zugeschrieben wird, dann wird damit sozialer Sprengstoff produziert", sagte der Vorsitzende Romani Rose der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" laut Vormeldung vom Dienstag. Roma seien unter anderem auch besonders betroffen von den Ausbrüchen in der Fleischbranche.

"Wir wissen, dass es eine große Zahl von Roma aus allen Ländern Südosteuropas gibt, die in der Fleischindustrie, aber auch in der Landwirtschaft in Deutschland als Saisonarbeiter oder als Leiharbeiter unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen leben und arbeiten", sagte Rose der Zeitung. Verantwortlich für die Zustände seien Firmen, die aus "blankem Profitinteresse" handelten.


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