22.06.2020, 23:11 Uhr

Wien (AFP) Keine konkreten Ergebnisse bei US-russischen Abrüstungsgesprächen

Militärparade in Russland.
Quelle: AFP/Archiv/Kirill KUDRYAVTSEV (Foto: AFP/Archiv/Kirill KUDRYAVTSEV)Militärparade in Russland. Quelle: AFP/Archiv/Kirill KUDRYAVTSEV (Foto: AFP/Archiv/Kirill KUDRYAVTSEV)

Washington und Moskau peilen weitere Verhandlungsrunde an

Eine erste Runde neuer Abrüstungsgespräche zwischen den USA und Russland ist ohne greifbare Ergebnisse zuende gegangen. Der US-Chefunterhändler Marshall Billingslea bezeichnete die am Montag in Wien geführten Verhandlungen jedoch als "sehr positiv". Es habe "detaillierte Diskussionen" über eine ganze Reihe atomarer Fragen gegeben, schrieb Billingslea am Abend im Kurzbotschaftendienst Twitter, ohne sich näher dazu zu äußern.

Der US-Sondergesandte teilte ferner mit, dass mit der russischen Seite eine "grundsätzliche Vereinbarung" getroffen worden sei, eine zweite Verhandlungsrunde abzuhalten. Auch das russische Außenministerium erklärte zum Ende der eintägigen Beratungen, die Gespräche sollten weitergehen.

In den Verhandlungen geht es um eine Verlängerung des Abkommens "New Start" zur Begrenzung der Zahl von Atomsprengköpfen. Das Abkommen aus dem Jahr 2010 läuft im kommenden Februar aus. Russland und die USA verpflichteten sich darin, die Zahl ihrer Atomsprengköpfe auf maximal 1550 zu reduzieren - etwa 30 Prozent weniger als im Vorgängervertrag "Sort" von 2002.

Sollten die Verhandlungen scheitern, wäre es bereits das dritte wichtige Abrüstungsabkommen mit Russland, aus dem sich die USA unter Präsident Donald Trump zurückziehen. Im vergangenen Jahr kündigten die USA den INF-Vertrag über die nukleare Abrüstung im Mittelstreckenbereich auf. Im Mai dieses Jahres kündigte Washington dann auch den Ausstieg aus dem "Open-Skies"-Abkommen mit Russland an, das beiden Seiten Beobachtungsflüge im Luftraum des anderen ermöglicht.

Die USA möchten China in die Abrüstungsverhandlungen einbeziehen. Dies lehnt Peking jedoch ab. Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri besitzt Russland derzeit 6375 Atomsprengköpfe - einschließlich der nicht einsatzbereiten. Die USA kommen demnach auf 5800 Atomsprengköpfe. China folgt laut Sipri mit 320 Atomsprengköpfen mit großem Abstand an dritter Stelle.


0 Kommentare