21.06.2020, 07:09 Uhr

Peking (AFP) Peking meldet 22 weitere Neuinfektionen mit Coronavirus

Als Ausgangspunkt der Infektionen gilt der Xinfadi-Markt.
Quelle: AFP/NICOLAS ASFOURI (Foto: AFP/NICOLAS ASFOURI)Als Ausgangspunkt der Infektionen gilt der Xinfadi-Markt. Quelle: AFP/NICOLAS ASFOURI (Foto: AFP/NICOLAS ASFOURI)

Behörden sammeln mehr als zwei Millionen Proben für Massentests

Nach der Entdeckung eines neuen Corona-Infektionsherds in Peking steigt die Zahl der Neuansteckungen weiter an. 22 weitere Menschen seien positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, darunter eine Krankenschwester, teilten die Behörden in Chinas Hauptstadt am Sonntag mit. Damit stieg die Gesamtzahl der Neuinfektionen in Peking auf über 220.

Nach zwei Monaten ohne Ansteckungen waren vergangene Woche in Peking erneut Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden. Am Sonntag wurde auch ein Fall im Verwaltungsviertel Tongzhou festgestellt, in dem Regierungsbehörden angesiedelt sind. Seit Tagen versuchen die Behörden, die Situation über Massentests unter Kontrolle zu bringen. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua sammelten die Behörden bereits mehr als zwei Millionen Proben möglicher Kontaktpersonen ein.

Als Ausgangspunkt des neuen Ausbruchs wird der viel besuchte Pekinger Xinfadi-Markt vermutet, auf dem mehr als 70 Prozent der frischen Lebensmittel für Peking verkauft werden. Das neuartige Coronavirus wurde zwar auf Schneidebrettern nachgewiesen, auf denen importierter Lachs zerlegt worden war. Nach Angaben der Behörden ist bisher aber noch unklar, ob dies der Auslöser der neuen Infektionswelle ist.

Um den neuen Infektionsherd unter Kontrolle zu bringen, riegelten die Behörden dutzende Wohngebiete in Peking ab. Die ursprünglich für Mitte des Monats geplante Wiederöffnung von Schulen wurde verschoben, die Bevölkerung wurde aufgerufen, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.

Der Chefepidemiologe der chinesischen Gesundheitsbehörde CCDCP sagte am Freitag, die Lage in Peking sei "unter Kontrolle". Dennoch sei zu erwarten, dass in der Hauptstadt weitere Infektionsfälle registriert würden. Der stellvertretende Leiter des Pekinger Zentrums für Krankheitskontrolle, Liu Xiaofeng, betonte am Samstag, dass das Infektionsrisiko für Menschen ohne Verbindung zum Xinfadi-Markt "sehr gering" sei.

Landesweit registrierten die chinesischen Behörden am Sonntag 26 neue Corona-Infektionen, darunter drei in der Provinz Hebei, die an Peking angrenzt. Bei einem der dortigen Infizierten handelte es sich den Angaben zufolge um einen Mitarbeiter des Xinfadi-Marktes.


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