18.06.2020, 10:18 Uhr

Karlsruhe (AFP) Anklage wegen mutmaßlichen russischen Auftragsmords an Georgier in Berlin erhoben

Justitia.
Quelle: AFP/Archiv/INA FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/INA FASSBENDER)Justitia. Quelle: AFP/Archiv/INA FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/INA FASSBENDER)

Bundesanwaltschaft: Staatliche Stellen in Russland erteilten Tötungsauftrag

Der Generalbundesanwalt sieht den Mord an einem Georgier in Berlin in seiner Anklageschrift als Auftragstat der russischen Regierung. Staatliche Stellen der Zentralregierung der Russischen Föderation hätten dem russischen Staatsangehörigen Vadim K. alias Vadim S. den Auftrag erteilt, Tornike K. "zu liquidieren", erklärte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe. Der Verdächtige habe den staatlichen Tötungsauftrag angenommen.

Hintergrund des Auftrags sei die Gegnerschaft Tornike K.s unter anderem zum russischen Zentralstaat sowie zur prorussischen Regierung Georgiens gewesen, hieß es von der Bundesanwaltschaft weiter. So habe er unter anderem im zweiten Tschetschenienkrieg in den Jahren 2000 bis 2004 als Anführer einer tschetschenischen Miliz gegen die Russische Föderation gekämpft.

Der Georgier tschetschenischer Abstammung war im August 2019 im Kleinen Tiergarten erschossen worden. Vadim K. wurde kurz darauf festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen belasten das Verhältnis zwischen Russland und Deutschland.


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