16.06.2020, 20:29 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Lufthansa-Aktionär Thiele erhöht Aktienanteil auf 15 Prozent

Lufthansa-Maschinen am Münchner Flughafen.
Quelle: AFP/Christof STACHE (Foto: AFP/Christof STACHE)Lufthansa-Maschinen am Münchner Flughafen. Quelle: AFP/Christof STACHE (Foto: AFP/Christof STACHE)

Unternehmer schließt Blockade von Rettungspaket des Bundes nicht aus

Der Münchner Unternehmer Heinz Hermann Thiele hat seinen Anteil an der Lufthansa auf 15 Prozent erhöht und könnte damit das Rettungsprogramm des Bundes blockieren. Thiele nimmt Anstoß an der vorgesehenen Beteiligung der Bundesregierung im Umfang von 20 Prozent und will den Rettungsplan für die angeschlagene Fluggesellschaft nachverhandeln. "Ich störe mich an der apodiktischen Aussage, das es keine anderen, konsensfähigen Lösungen gäbe", zitierte die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" Thiele am Dienstagabend.

Thiele wandte sich in dem Interview vor allem gegen die vorgesehene Aktienbeteiligung an Europas größter Fluglinie, die der Staat im Gegenzug für seine Finanzspritze von neun Milliarden Euro erhalten soll. Als Aktionär gerate der Staat in eine Doppelrolle, die nötige Sanierung der Lufthansa könne so verschleppt werden, sagte der Unternehmer der "FAZ".

Nachdem Thiele in den vergangenen Tagen seinen Lufthansa-Anteil von zehn auf 15 Prozent erhöht hat, könnte er bei der außerordentlichen Hauptversammlung der Lufthansa-Aktionäre am 25. Juni den Rettungsplan von Bundesregierung und Unternehmensführung blockieren. Ohne Thieles Zustimmung werde die erforderliche Zweidrittelmehrheit auf dem virtuell stattfindenden Aktionärstreffen höchstwahrscheinlich nicht erreicht, da nie alle Aktionäre anwesend seien, schreibt die "FAZ".

Thiele sagte der Zeitung, er habe noch keine endgültige Entscheidung über sein Stimmverhalten getroffen. Zugleich betonte er, dass er nichts blockieren wolle: "Ich hoffe vielmehr, dass noch im Vorfeld etwas bewirkt und in Bewegung gebracht werden kann." An der Sanierung der Lufthansa habe er ein starkes Interesse.

Das Unternehmen ist wegen der Corona-Pandemie in eine schwere Krise geraten. Der Konzern und die Bundesregierung einigten sich deshalb auf ein neun Milliarden Euro schweres Stützungsprogramm, das einen vorübergehenden Einstieg des Staates mit 20 Prozent bei dem Konzern vorsieht. Nach der Einigung auf das Rettungspaket wurde bekannt, dass bei der Fluggesellschaft 22.000 Vollzeitstellen auf der Kippe stehen, etwa die Hälfte davon in Deutschland.


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