15.06.2020, 09:44 Uhr

Berlin (AFP) Verbraucherschützer befürchten informellen Zwang zur Nutzung von Corona-App

Café-Tische mit Abstand.
Quelle: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER)Café-Tische mit Abstand. Quelle: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER)

Bundesverband will Zusicherung von Arbeitgebern und Restaurants

Der Verband der Verbraucherschützer hat davor gewarnt, dass die freiwillige Corona-App durch informelle Vorgaben doch zu einer Zwangsanwendung werden könnte. Arbeitgeber, Restaurants oder Behörden dürften die Nutzung der von der Bundesregierung geplante App nicht "als Zutrittsvoraussetzung definieren und damit die Freiwilligkeit schleichend zum Zwang machen", teilte Verbandschef Klaus Müller am Montag in Berlin mit. Die Corona-App soll am Dienstag offiziell vorgestellt werden.

Die Anwendung soll auf Smartphones installiert werden und Nutzer warnen, wenn sie bedenklichen Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten. Dafür nutzt die App den Bluetoothsensor der Geräte. Sie wurde im Auftrag der Regierung entwickelt, diese sichert eine anonymisierte Datenverarbeitung samt dezentraler Speicherung zu. Die App gilt als wichtiger Beitrag im Kampf gegen die Ausbreitung von Corona. Etliche andere Länder führten die Technik bereits ein.

Insgesamt gehe die Corona-App der Bundesregierung "in die richtige Richtung", erklärte Müller. Die Entscheidung für eine dezentrale Datenspeicherung minimiere die Gefahr von Datenmissbrauch. Das Prinzip der Freiwilligkeit bleibe aber "essentiell" und dürfen in der täglichen Praxis nicht unterlaufen werden. Müller warnte zugleich vor zu hohen Erwartungen. Es sei gut, dass die App nun eingeführt werde, aber "ein Wundermittel ist sie sicher nicht".


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