15.06.2020, 08:28 Uhr

Mannheim (AFP) Studie: Jeder Dritte in Kurzarbeit fürchtet um seinen Arbeitsplatz

In der Gastronomie ist die Angst vor dem Jobverlust hoch.
Quelle: AFP/Daniel ROLAND (Foto: AFP/Daniel ROLAND)In der Gastronomie ist die Angst vor dem Jobverlust hoch. Quelle: AFP/Daniel ROLAND (Foto: AFP/Daniel ROLAND)

Angst vor Jobverlust bei prekär Beschäftigten noch höher

Die Kurzarbeit soll in der Corona-Krise Arbeitsplätze retten - viele Arbeitnehmer in Kurzarbeit haben einer Studie zufolge aber dennoch Angst vor dem Verlust ihrer Stelle. Unter den Kurzarbeitern halte etwa ein Drittel den eigenen Arbeitsplatz für akut gefährdet, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Untersuchung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Noch pessimistischer sind demnach Menschen, die bereits ohne Lohn freigestellt wurden.

Von ihnen glaube mit 27 Prozent nur noch etwa jeder vierte, dass der eigene Job die Krise überleben werde, erklärte das ZEW. "Besonders Beschäftigte, die schon vor der Corona-Pandemie in prekären Arbeitsverhältnissen waren, spüren die negativen Konsequenzen der Krise. Sie hatten bereits in den ersten Wochen des Lockdowns ein wesentlich höheres Risiko, arbeitslos zu werden, und schätzen nun ihr zukünftiges Arbeitslosigkeitsrisiko vergleichsweise hoch ein", sagte Koautorin Katja Möhring.

Auch in den besonders von der akuten Krisenphase im Frühling betroffenen Branchen machen sich laut Studie wachsende Sorgen um den Arbeitsplatzverlust breit: Dies gelte besonders für das Gastgewerbe, den Kunst- und Unterhaltungssektor und den Handel. Im Bereich Kunst und Unterhaltung hält demnach ein gutes Drittel der Befragten den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes für realistisch.

"Die Antikrisenmaßnahmen der Regierung genießen zwar insgesamt Vertrauen - in den besonders betroffenen Branchen und Personengruppen zweifeln aber inzwischen viele, dass die umfangreichen Krisenpakete gravierende Job-Verluste tatsächlich werden verhindern können", lautet das Fazit von Koautor Friedrich Heinemann.

Die Studie baut laut ZEW auf dem German Internet Panels (GIP). Das GIP basiert auf einer Zufallsstichprobe der allgemeinen Bevölkerung in Deutschland. Die aktuelle Befragung fand demnach im Mai statt.


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